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Das deutsche Mietrecht ermöglicht Mietern, bei Mängeln ihrer Mietwohnung die Miete zu mindern. Dieses Recht ist jedoch an eine Reihe von Voraussetzungen geknüpft - und unberechigte Mietminderungen können zur Kündigung führen.

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Die Mietminderung

Ihr Vermieter hat dafür zu sorgen, dass Ihre Mietwohnung sich in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand befindet. Meist steht im Mietvertrag, dass die Wohnung eben zum Wohnen da ist. Fällt im Winter die Heizung aus, ist dieses nicht mehr möglich. Macht im Sommer Lärm von Nachbarn jeden Feierabend zum Nerventest, ist ein normales Wohnen nur noch eingeschränkt möglich. Hier haben Sie als Mieter die Möglichkeit, Ihre Mietzahlung herunterzusetzen.

Der Mangel

Wie oben schon angedeutet, ist ein Mangel der Mietwohnung alles, was deren Benutzbarkeit zum Wohnen reduziert. Dies können defekte elektrische Leitungen sein, undichte Fenster, laute Nachbarn oder eine ständig ausfallende Heizung. Wichtig ist allerdings: Rechte haben Sie nur, wenn es kein unwesentlicher Mangel ist. Sie müssen daher nachweisen können, dass die Sache keine "Kleinigkeit" ist. Ein beliebter Mangel ist auch Schimmelpilz - aber dieser führt oft zu Streitigkeiten darüber, wer denn nun Verursacher ist. Übrigens gibt es auch so etwas wie rechtliche Mängel: Diese liegen vor, wenn sich jemand anderer ein Recht an "Ihrer" Wohnung anmaßt. Dies kann z.B. vorkommen, wenn eine Wohnung zweimal vermietet wurde.

Bekannte Mängel

Kein Recht auf Mietminderung haben Sie, wenn Sie das Problem schon bei Unterzeichnung des Mietvertrages kannten oder hätten kennen müssen. Denn dabei haben Sie sich ja bewusst auf die Wohnung in diesem Zustand eingelassen. "Kennen müsssen", bedeutet, dass von Ihnen schon erwartet werden kann, dass Sie sich eine Mietwohnung vor Vertragsabschluss anschauen und wegen offensichtlicher Probleme auch mal nachfragen. Ein klappriges altes Fenster kann nicht bei der Besichtigung hingenommen und später als Mangel beklagt werden.

Meldung machen!

Eine weitere Voraussetzung ist die Mängelanzeige. Sie müssen Ihrem Vermieter einen entdeckten Wohnungsmangel sofort mitteilen. Nur so hat er die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Verursacht der Mangel womöglich weitere Schäden an der Wohnung, kann der Vermieter Sie sogar auf Schadenersatz verklagen, wenn Sie nichts gesagt haben. Und es gibt keine Mietminderung.

Frist setzen!

Tritt ein Wohnungsmangel auf, sollten Sie es nicht bei der reinen Mängelanzeige belassen. Fordern Sie den Vermieter ausdrücklich zur Beseitigung des Mangels auf und setzen Sie ihm eine Frist. Die sollte allerdings angemessen lang sein und keine Schikane - schließlich muss der Vermieter auch erst den Schaden sichten und ggf. Termine mit Handwerkern machen. Die Länge der Frist hängt davon ab, wie dringend es ist - im Winter müssen Sie nicht unbegrenzt bei kaputter Heizung ausharren. Hat der Vermieter nach Ablauf der Frist nichts getan, ist es Zeit für die Mietminderung.

Höhe der Mietminderung

Tabellen und Urteile zur Höhe von Mietminderungen sind leider wenig zuverlässig, denn offizielle Tabellen oder Beträge gibt es nicht. Jedes Gericht kann anders entscheiden. Hier kann es helfen, einen im Mietrecht erfahrenen Rechtsanwalt aufzusuchen. Dieser kann einschätzen, wie erheblich Ihr Wohnungsmangel ist und wie hoch eine Mietminderung ausfallen könnte. Sie gehen bei einer Mietminderung ein Risiko ein: Mindern Sie die Miete unberechtigt, bauen Sie Mietschulden auf - und erreichen diese den Betrag von zwei Monatsmieten kalt, kann der Vermieter Ihnen kündigen.

Wärmedämmung & Co

Die Mietrechtsreform hat dazu geführt, dass ab 1. Mai 2013 das Recht des Mieters auf Mietminderung in den ersten drei Monaten während des Mangelzeitraumes ausgeschlossen ist, wenn der Mangel auf Bauarbeiten beruht, die einer energetischen Sanierung dienen - z.B. einer Wärmedämmung oder Erneuerung der Heizung. Das Recht des Mieters auf Mietminderung kann nicht vertraglich ausgeschlossen werden - solche Klauseln im Mietvertrag sind unwirksam!
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