BAföG: Wer bekommt es und wie kann man es beantragen?

11.08.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 3 Min. (473 mal gelesen)
BAföG: Wer bekommt es und wie kann man es beantragen? © bluedesign - Fotolia.com
Schüler und Studenten können unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Ausbildungsförderung, das sogenannte BAföG, erhalten. Die BAföG-Sätze wurden gerade erhöht. Hier einige Hinweise dazu, wer ein Anrecht darauf hat und wie man es beantragt.

Was ist das BAföG?
Die Abkürzung BAföG steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Sie wird umgangssprachlich auch für die nach diesem Gesetz gewährte Förderung gebraucht. Zweck der Förderung ist es, allen jungen Menschen die gleichen Chancen auf eine gute Ausbildung zu geben. BAföG kann teilweise oder ganz als nicht rückzahlbarer Zuschuss oder als Darlehen gewährt werden. Es wird jeweils für ein Jahr bewilligt.

Wer bekommt BAföG?
Grundvoraussetzungen sind zunächst
- deutsche Staatsangehörigkeit (bzw. ein aufenthaltsrechtlicher Status im Sinne von § 8 BAföG),
- die Eignung (in manchen Fällen – zum Beispiel bei Studenten – müssen zwischendurch Leistungsnachweise erbracht werden);
- Einhaltung der Altersgrenze: Die Ausbildung muss vor Vollendung des 30. Lebensjahres, bei Masterstudiengängen vor Vollendung des 35. Lebensjahres – angefangen werden. Es gibt einige Ausnahmen.

Für welche Ausbildungsarten gibt es BAföG?
Ausbildungsförderung bekommen nach § 2 BAföG Schüler von allgemeinbildenden Schulen ab Klasse 10, von Fachschulen und Berufsfachschulen, von Schulen des Zweiten Bildungsweges, von Akademien, sowie Studenten an Hochschulen. Bei Schülern gibt es verschiedene Einschränkungen. Grundsätzlich wird nur die erste Ausbildung gefördert. Bei Studenten sind Fachrichtungswechsel in den Anfangssemestern noch möglich. Je später ein Wechsel erfolgt, desto mehr Wert wird auf einen nachvollziehbaren Grund gelegt.

Schüler
Schüler von allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10 und Fach- und Fachoberschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, bekommen BAföG nur, wenn sie nicht mehr zuhause bei den Eltern wohnen. Die eigene Wohnung muss außerdem notwendig sein – zum Beispiel, weil die nächste Ausbildungsstelle zu weit vom Elternhaus entfernt liegt, der Antragsteller selbst schon verheiratet ist oder ein Kind hat.

Wer bekommt kein BAföG?
Ausbildungen im dualen System (also parallel in Berufsschule und Betrieb) werden nicht gefördert. Hier kann jedoch eine Berufsausbildungsbeihilfe bei der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen
Das eigene Einkommen und Vermögen und das Einkommen von Eltern und ggf. dem Partner wird bei der Berechnung des BAföG berücksichtigt. Auch dadurch kann ein BAföG-Anspruch ganz entfallen. Es gibt jedoch Freibeträge. Der BAföG-Bedarfssatz setzt sich zusammen aus dem Grund- und dem Wohnbedarf. Unter Umständen kommt noch ein Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag dazu.

Zuschuss oder Darlehen?
Schüler bekommen BAföG als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Studenten erhalten BAföG zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als Darlehen, das mit Aufnahme der Berufstätigkeit abzuzahlen ist. Es handelt sich dabei um ein zinsloses Staatsdarlehen. In manchen Ausnahmefällen kann die Förderung auch als verzinsliches Bankdarlehen gewährt werden.

Wie und wo stellt man den Antrag?
Der Antrag ist auf den vorgeschriebenen Formularen beim jeweils zuständigen Amt für Ausbildungsförderung zu stellen. Das ist für Studierende das Studentenwerk ihrer Hochschule, bei Abendgymnasien, Kollegs, Höheren Fachschulen und Akademien ist das bei der jeweiligen Stadtverwaltung angesiedelte Amt für Ausbildungsförderung am Ort der Ausbildungsstätte zuständig, für alle anderen Schüler das Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort der Eltern. Die Formulare können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden; sie sind bei den zuständigen Stellen online abrufbar.

Erhöhung 2016
Ab August 2016 wurden die Freibeträge beim Einkommen und auch die Bedarfssätze des BAföG um jeweils 7 Prozent erhöht. Studierende mit eigener Wohnung können inklusive Versicherungsanteil bis zu 735 Euro monatlich bekommen. Nachdem bisher ein Einkommen von 400 Euro im Monat nicht auf das BAföG angerechnet wurde, sind es jetzt 450 Euro. Bisher gab es einen Kinderzuschlag von 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind des BAföG-Empfängers. Jetzt gibt es 130 Euro Zuschlag für jedes Kind.