Einbürgerungstest: Was muss man dazu wissen?

02.10.2017, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 3 Min. (112 mal gelesen)
Einbürgerungstest: Was muss man dazu wissen? © Bu - Anwalt-Suchservice

Der Einbürgerungstest ist eine Grundvoraussetzung, um Bürger Deutschlands zu werden. Viele Einbürgerungswillige wissen nicht, was dabei auf sie zukommt. Hier einige allgemeine Informationen zum Test.

In Deutschland eingebürgert zu werden, ist nicht ganz so einfach, wie sich das mancher vorstellt. Eine der Voraussetzungen dafür besteht darin, den 2008 eingeführten Einbürgerungstest zu bestehen. Denn damit soll nachgewiesen werden, dass der Bewerber einige Grundkenntnisse über seine neue Heimat hat. Denn Sitten, Gebräuche und politisches System können sich hierzulande von den Verhältnissen im Heimatland deutlich unterscheiden. Und ein gewisses Interesse am neuen Heimatland unter Beweis zu stellen, kann ebenfalls nicht schaden.

Was versteht man unter dem Einbürgerungstest?


Der Einbürgerungstest dient dazu, grundsätzliches Wissen über deutsche Sitten und Gebräuche und über das deutsche politische System nachzuweisen. Denn dies wird als Grundvoraussetzung dafür angesehen, dass sich ein Bewerber um die deutsche Staatsbürgerschaft in Deutschland gut einlebt und hier zurecht kommt. Der Test ist nur eine von mehreren Voraussetzungen der Einbürgerung. Eine andere Voraussetzung ist, dass sich der Einbürgerungswillige bereits mindestens acht Jahre lang in Deutschland aufhält (bei abgeleisteten Integrationskursen oder besonderen Integrationsleistungen kann diese Zeitspanne auf sieben bzw. sechs Jahre verkürzt werden). Ausreichende Deutschkenntnisse sind genauso eine Voraussetzung wie eigenes Einkommen ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II sowie ein sauberes Vorstrafenregister.

Für wen ist der Test Pflicht?


Den Test muss grundsätzlich jeder ablegen, der die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Hat der Bewerber bereits einen deutschen Schulabschluss erworben, wird auf den Einbürgerungstest verzichtet. Denn durch jeden Schulabschluss wird ein viel umfassenderes Wissen nachgewiesen, als durch den Einbürgerungstest. Ebenso muss man ihn nicht ablegen, wenn man aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung, wegen einer Behinderung oder wegen hohen Alters dazu nicht in der Lage ist.

Wie läuft der Test ab und wonach wird gefragt?


Beim Test bekommt der Einbürgerungswillige ein Heft mit 33 Fragen. Diese sind aus einem festen Katalog von 310 Fragen ausgewählt. Die 33 Fragen muss der Bewerber oder die Bewerberin um die Staatsbürgerschaft innerhalb von 60 Minuten beantworten. Die Antwort muss man sich jedoch nicht selbst ausdenken: Es werden bei jeder Frage vier mögliche Antworten vorgegeben, und man muss die richtige Antwort ankreuzen. Hat der Bewerber mindestens 17 Fragen korrekt beantwortet, hat er den Test bestanden und bekommt eine entsprechende Bescheinigung. Die Themen von drei der Fragen haben mit dem Bundesland zu tun, in dem der Bewerber wohnt. Die restlichen Fragen kommen aus den Bereichen „Leben in der Demokratie“, „Geschichte und Verantwortung“ sowie „Mensch und Gesellschaft“.

Beispiele für Fragen über das Bundesland


Bei den Fragen zum Bundesland des Bewerbers können politische Besonderheiten oder ganz allgemeine Dinge abgefragt werden. Zum Teil geht es um Wappen und die Landesflagge, darum, welcher Staat ein Stadtstaat ist, wie die Hauptstadt des Bundeslandes heißt oder wie das Amt des Landes-Regierungschefs bezeichnet wird. So wird zum Beispiel über Berlin gefragt:

- Für wie viele Jahre wird das Landesparlament in Berlin gewählt? (3, 4, 5, 6)
- In welchem Alter darf man in Berlin bei Kommunalwahlen wählen? (14, 16, 18, 20)
- Welche Farben hat die Landesflagge von Berlin? (blau-weiß-rot, weiß-rot, grün-weiß-rot, schwarz-gold)
- Welchen Senator hat Berlin nicht? (Finanzsenator, Innensenator, Senator für Außenbeziehungen, Justizsenator)

Wie bereite ich mich am besten vor?


Der Fragenkatalog zum Einbürgerungstest ist auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BaMF) als PDF-Download abrufbar. Zusätzlich können Bewerber um die Staatbürgerschaft auch in einem interaktiven Frage- und Antwortspiel ihr Wissen testen und sehen, ob sie die richtige Antwort gegeben haben.

Manche Bundesländer bieten zusätzlich Kurse zur Testvorbereitung an. Auskünfte dazu gibt die Einbürgerungsbehörde im jeweiligen Ort. Das Service-Center des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge beantwortet telefonisch allgemeine Fragen zum Einbürgerungstest.

Was passiert, wenn ich beim Test durchfalle?


Der Test kann beliebig oft wiederholt werden. Er kostet jedoch jedes Mal wieder 25 Euro. Die Nutzung des Online-Tests zum Üben ist kostenlos.

Wo findet der Test statt?


In jedem Bundesland gibt es Prüfstellen, bei denen man den Einbürgerungstest ablegen kann. Dies können zum Beispiel Volkshochschulen oder Sprachschulen sein. Die nächste Prüfstelle kann bei der örtlichen Einbürgerungsbehörde erfragt werden. Auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden außerdem alle Prüfstellen in allen Bundesländern aufgelistet. Zum Test muss ein gültiges Ausweisdokument mitgebracht werden.