Gib mir ein H: Das begehrte Kennzeichen für Oldtimer

13.11.2015, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (232 mal gelesen)
Gib mir ein H: Das begehrte Kennzeichen für Oldtimer © Giuseppe Blasioli - Fotolia.com
Für viele Autoliebhaber ein Traum: der eigene Oldtimer in der Garage! Doch die Leidenschaft für in die Jahre gekommene Automobile ist zeitaufwändig und teuer. Damit zumindest die Kosten für den Betrieb des heiß geliebten Altertümchens - etwa Steuer und Versicherung - im Rahmen bleiben, gibt es die Möglichkeit, das Fahrzeug als Oldtimer anzumelden - und zwar mit einem sogenannten H-Kennzeichen.

Warum H?
Das "H" steht in diesem Fall für "historisches Kraftfahrzeug" und dokumentiert die Einordnung des Fahrzeugs als Kulturgut. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass das Fahrzeug bereits 30 Jahre oder mehr auf dem Buckel hat. Alles was jünger ist, scheidet per se aus. Das Alter alleine macht aus dem Auto aber noch lange keinen Oldtimer. Denn wer das begehrte H an das Ende seines Nummernschildes setzen lassen möchte, muss mit seinem Fahrzeug weitere Voraussetzungen erfüllen, die von einem Gutachter extra bewertet werden.

Was ist original?
Wichtig ist, dass sich das Fahrzeug weitestgehend im Originalzustand befindet. Lediglich bei einzelnen Merkmalen kann von der Originalität abgewichen werden. So dürfen etwa Anbauteile verwendet werden, wenn diese in den ersten zehn Jahren nach der Erstzulassung bei dem betreffenden Fahrzeug üblich waren. In puncto Motor gilt, dass grundsätzlich nur Original-Aggregate zulässig sind. Ist ein Austausch unumgänglich, so kann jedoch ein Motor eines anderen Herstellers positiv begutachtet werden, wenn es sich bei diesem Aggregat um einen gem. StVZO zulässigen Motor handelt, der bereits vor mindestens 20 Jahren eingebaut worden ist.

Da Oldtimer aufgrund ihres Alters naturgemäß nicht ohne derartige Austauschteile auskommen, darf der Gutachter in Zweifelsfragen Ausnahmen genehmigen. Seit 2011 gilt für Oldtimer insoweit eine neue Richtlinie zur Bewertung, die einen gewissen Spielraum für Interpretationen durch den Gutachter ermöglicht.

Wie gebraucht darf er sein?
Die Beschaffenheit des Wagens muss nicht perfekt sein; Gebrauchsspuren sind bei Fahrzeugen solchen Alters normal und werden toleriert. Allerdings darf der Oldtimer keine sichtbaren Unfallschäden oder größere Beulen haben, und er sollte weitestgehend rostfrei sein. Ganz generell sollte das originale Erscheinungsbild erhalten sein. In jedem Fall ist die Verkehrssicherheit sicherzustellen. Zusätzlich zu der Oldtimer-Bewertung durch den Gutachter ist daher eine Hauptuntersuchung unter Berücksichtigung der damaligen Technik durchzuführen.

Welche Vorteile bietet das H?
Ist das Fahrzeug tatsächlich als Oldtimer anerkannt, bietet das H-Kennzeichen dem Fahrzeughalter einige Vorteile. So ist die Kfz-Steuer pauschal auf 191,73 € festgelegt (46,02 € für Krafträder) und auch bei der Versicherung ist einiges zu sparen. Es wird davon ausgegangen, dass Oldtimer vorsichtig und selten bewegt werden - etliche Versicherer bieten daher besonders günstige Versicherungen für Oldtimer an. Eine Feinstaubplakette wird bei solchen Fahrzeugen übrigens nicht verlangt. Die dem Alter des Fahrzeugs entsprechenden Abgase stehen dem Traum vom eigenen Oldtimer - mit H-Kennzeichen - also nicht entgegen.