Impfschäden: Patienten erhalten Entschädigung!

30.04.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (1212 mal gelesen)
Impfschäden: Patienten erhalten Entschädigung!
Jeder Patient wird vom Arzt vor einer Impfung auf Nebenwirkungen und eventuelle Komplikationen hingewiesen. Bei den meisten Impfungen gibt es später auch keine gesundheitlichen Probleme- treten aber Komplikationen auf, können diese schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den Patienten haben.

Patienten haben nach dem Infektionsschutzgesetz in bestimmten Fällen einen Anspruch auf Entschädigung für die Folgen eines Impfschadens. So etwa ein zwei jähriger Junge, der von seiner Kinderärztin gegen Hepatitis A und B geimpft worden war und nun an den Folgen eines Guillain-Barre-Syndroms mit Restlähmungen in den Beinen und einer Fußfehlstellung leidet.

In diesem Fall hat das Sozialgericht Dortmund (Aktenzeichen S 7 VJ 601/09) das nach einer Hepatitis B – Impfung auftretende Gullian-Barre-Syndrom als Impfschaden anerkannt und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe zur Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit dem Bundesversorgungsgesetz verurteilt.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hatte zuvor die Entschädigung des Impfschadens ablehnt, weil seiner Meinung nach der ursächliche Zusammenhang zwischen der Impfung und der Erkrankung des Jungen nicht wahrscheinlich sei.
Das sah das Sozialgericht Dortmund anders: Auf Grund medizinischer Beweiserhebung sei die haftungsbegründende Kausalität zwischen der Hepatitis B – Komponente der Impfung und dem Guillain-Barre-Syndrom zu bejahen. Die in der medizinischen Wissenschaft für möglich gehaltene Impfkomplikation habe sich vorliegend mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit realisiert. Die von der Beklagten angeführte konkurrierende Ursache eines grippalen Infektes sei insbesondere auf Grund der dokumentierten Laborwerte unwahrscheinlich.

Tipp der Redaktion: Patienten, die nach einer Impfung unter gesundheitlichen Problemen leiden, sollten in jedem Fall einen Anwalt mit besonderen Kenntnissen im Medizinrecht konsultieren. Der kann einschätzen, ob dem Patienten aufgrund des Impfschadens Ansprüche gegenüber dem behandelnden Arzt zustehen, etwa wegen mangelnder Aufklärung, oder ob möglicherweise ein Anspruch gegenüber dem Staat aufgrund des Infektionsschutzgesetzes gegeben ist.