Ist Au-Pair- eine Berufsausbildung?

09.07.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (183 mal gelesen)
Ist Au-Pair- eine Berufsausbildung?
Nach dem Schulabschluss als Au-Pair ins Ausland zu gehen, ist für viele junge Menschen eine reizvolle Beschäftigung. Kindergeld gibt es aber nur weiter, wenn mit dem Au-Pair-Aufenthalt ein entsprechender Sprachunterricht verbunden ist.

Kindergeld auch für volljährige Kinder

Kindergeld erhalten Eltern auch für volljährige Kinder, wenn diese für einen Beruf ausgebildet werden. Eine Berufsausbildung dient dem Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen, die als Grundlage für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet sind. Sie braucht weder in einer Ausbildungs- oder Studienordnung geregelt noch zur Erreichung eines bestimmten Berufsziels unerlässlich zu sein.

Sprachunterricht bei Au-Pair zwingend notwendig für Kindergeldbezug!

Der Bundesfinanzhof (BFH) (Aktenzeichen III R 58/08) hat aktuell erneut entschieden, dass Sprachaufenthalte im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses im Ausland grundsätzlich nur dann als Berufsausbildung anzusehen sind, wenn sie von einem durchschnittlich mindestens zehn Wochenstunden umfassenden theoretisch-systematischen Sprachunterricht begleitet werden. Der Sprachunterricht von Au-Pairs wird vom Bundesfinanzhof für erforderlich gehalten, weil auch Auslandsaufenthalte, die nicht Ausbildungszwecken dienen, regelmäßig zu einer Verbesserung der Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache führen. Damit hat der BFH seine bisherige Rechtsprechung fortgeführt.

Auslandsaufenthalte können unabhängig vom Umfang des Fremdsprachenunterrichts als Berufsausbildung zu qualifizieren sein, wenn sie von einer Ausbildungs- oder Prüfungsordnung zwingend vorausgesetzt werden oder der Vorbereitung auf einen für die Zulassung zum Studium oder zu einer anderen Ausbildung erforderlichen Fremdsprachentest dienen (z.B. TOEFL oder IELTS). Die Tochter des Klägers hatte aber lediglich eine Sprachprüfung abgelegt, die für die Integration von Einwanderern konzipiert wurde und für die Zulassung zu einem Ausbildungsgang oder Beruf nicht unmittelbar nützlich war, so der Bundesfinanzhof.