Missratene Tattoos- Schmerzensgeld!

05.05.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (584 mal gelesen)
Missratene Tattoos- Schmerzensgeld!
Tattoos sind cool. Doch was geschieht, wenn beim tätowieren etwas schiefgeht? Muss der Tätowierer dann Schmerzensgeld und Schadensersatz zahlen? Hat der Kunde ein Recht auf Nachbesserung seines missratenen Tattoos? Fragen, die auch die Gerichte immer wieder beschäftigen.

Missratene Blüte- Schmerzensgeld, aber keine Nachbesserung!

Ein mangelhaft ausgeführtes Tattoo kann den Tätowierer zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichten, ohne dass er zur Nachbesserung berechtigt ist. Das ergibt sich aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 12 U 151/13). Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Kunden einen Tätowierer mit der Tätowierung einer Blüte nebst Ranken auf seinem rechten Schulterblatt beauftragt. Der Tätowierer brachte dabei die Farbe in zu tiefe Hautschichten ein. Die Tätowierung entsprach nicht mehr dem Entwurf und es kam zu Verkantungen, unregelmäßig dick ausgeführten Linien und Farbverläufen. Daraufhin verklagte die Kundin den Tätowierer auf Schadensersatz.
Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Hamm. Der Tätowierer muss der Kundin 750 EUR Schmerzensgeld zahlen sowie den Ersatz weiterer Schäden, die der Kundin aus der Beseitigung des Tattoos entstehen können. Das Stechen der Tätowierung sei tatbestandlich eine Körperverletzung, die im vorliegenden Fall nicht durch eine Einwilligung der Kundin gerechtfertigt sei. Die Kundin sei lediglich mit einem technisch und gestalterisch mangelfreien Tattoo einverstanden gewesen, welches der zuvor gebilligten Skizze entsprochen habe. Ein solches habe der Tätowierer nicht ausgeführt. Die Kundin könne sich das Tattoo mittels einer Laserbehandlung entfernen lassen, die weitere Kosten in derzeit noch nicht absehbarer Höhe verursache. Auch diese Kosten habe der Tätowierer zu tragen. Auf eine Nachbesserung durch den Tätowierer, der angeboten habe, die beanstandeten Stellen durch eine von ihm beauftragte Laserbehandlung entfernen zu lassen und dann selbst neu zu tätowieren, müsse sich die Kundin im vorliegenden Fall nicht einlassen. Eine derartige Nachbesserung sei ihr nicht zuzumuten, weiteren Arbeiten des Tätowierers müsse sie angesichts des Umfangs der aufgetretenen Mängel und der notwendigen Nacharbeiten nicht vertrauen. Da es um Arbeiten gehe, deren Duldung mit körperlichen Schmerzen verbunden sein und die - schlecht ausgeführt - gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen könnten, komme dem Vertrauen des Kunden in die Leistungsfähigkeit des Tätowierers eine besondere Bedeutung zu, so die Hammer Richter.

Bio-Tattoo löst sich nicht auf- Schmerzensgeld!

Eine Tätowiererin muss ihrer Kundin allerdings Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen, weil sich ein sogenanntes „Bio-Tattoo“ entgegen der Ankündigung nicht auflöste und nun mittels Laserbehandlung entfernt werden soll. So lautet eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Aktenzeichen 7 U 125/08).