Neue Verjährungsregeln in Fällen sexuellen Missbrauchs

22.07.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (61 mal gelesen)
Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) sind Sexualstraftaten nun länger strafrechtlich verfolgbar. Damit haben die Opfer sexualisierter Gewalt mehr Zeit eine Entscheidung zu treffen, ob sie ihren Peiniger anzeigen wollen.

Seit Juli 2013 beginnt nun die Verjährung erst mit der Vollendung des 21. Lebensjahres des Opfers einer Straftat nach den §§ 174 bis 174c, 176 bis 179 StGB. Dies bedeutet, dass frühestens mit der Vollendung des 41. Lebensjahres des Opfers einer erlittene Sexualstraftaten verjähren. Nach dem neuen Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs kann unter Umstände sogar eine Fristverlängerung bis zum 61. Lebensjahres des Opfers in Betracht kommen, etwa bei sogenannten Unterbrechungshandlungen, wie der ersten Vernehmung des Beschuldigten.

Auch bei den zivilrechtlichen Ansprüchen des Opfers gegenüber seinem Täter hat es erhebliche Veränderungen gegeben: Die zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche verjähren jetzt erst nach 30 Jahren. Nach alter Gesetzeslage verjährten diese schon nach drei Jahren. Die Verlängerung der Verjährungsfrist gilt auch für Ansprüche auf Schadensersatz wegen vorsätzlicher Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit und der Freiheit.

Wichtig zu wissen ist: Das neue Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs verlängert die Verjährungsfristen auch für bereits begangene noch nicht verjährte Taten und  Ansprüche.