Tritt in den Hintern: keine betriebliche Tätigkeit!

26.01.2016, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 1 Min. (575 mal gelesen)
Tritt in den Hintern: keine betriebliche Tätigkeit! © bluedesign - Fotolia.com
Spaß bei der Arbeit kann schnell einmal nach hinten losgehen. So zum Beispiel im Fall einer Arbeiterin, die von einer Vorgesetzten beim Herumalbern während der Arbeit mit Stahlkappen-Schuhen so in den Hintern getreten wurde, dass sie sich das Steißbein brach.

Was war passiert?

Schichtarbeiterinnen an einer Verpackungsmaschine hatten offenbar eine Menge Spaß bei der Arbeit. Dieser Spaß führte allerdings dazu, dass eine Vorgesetzte ein wenig übers Ziel hinausschoss und einer der Arbeiterinnen, die gebückt über einer Maschine stand, einen „motivierenden“ Tritt in den Hintern verpasste. Dumm nur, dass die Frau bei dem Tritt Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen trug. Denn so blieb der „Arschtritt“ nicht ohne Folgen: Im Krankenhaus stellte man fest, dass die Getretene sich bei dieser Aktion offenbar das Steißbein gebrochen hatte.

Urteil: Tritt ins Gesäß keine betriebliche Tätigkeit

Mit den Folgen dieses Tritts und möglichen Schadensersatzansprüchen deswegen musste sich im Anschluss das Landgericht (LG) Düsseldorf befassen. Es kam zu dem Ergebnis: Ein Tritt in den Hintern ist keine betriebliche Tätigkeit – auch dann nicht, wenn das mit der Absicht der Leistungsförderung oder Disziplinierung geschieht. Die Getretene konnte also Schadensersatz von der Tretenden direkt verlangen.

Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil v. 27.05.1998 – 12 (18) Sa 196/98