Wie wird der Umgang mit den Kindern nach Trennung und Scheidung geregelt?
25.09.2026, Redaktion Anwalt-Suchservice
Das Umgangsrecht zwingt Eltern auch nach der Trennung zur Kooperation. © - Designed by Magnific Das Wichtigste in Kürze
1. Kindeswohl im Fokus: Grundsätzlich haben das Kind und dessen Eltern, aber auch die Verwandten ein Recht auf Umgang. Das Wohl des Kindes steht dabei im absoluten Mittelpunkt.
2. Kooperation der Eltern: Die Wahrnehmung des Umgangsrechts erfordert eine gewisse Kooperation seitens der Eltern. Die Umgangszeiten, Abhol- und Bringmodalitäten sowie spezielle Situationen wie Schul- oder Arztbesuche sollten klar geregelt und eingehalten werden.
3. Verweigerung des Umgangs: Verweigert der sorgeberechtigte Elternteil den Umgang des anderen Elternteils mit den gemeinsamen Kind, empfiehlt sich zunächst der Gang zum Jugendamt. Wenn das nicht hilft, muss beim Familiengericht Klage auf Einräumung des Umgangsrechts eingereicht werden.
1. Kindeswohl im Fokus: Grundsätzlich haben das Kind und dessen Eltern, aber auch die Verwandten ein Recht auf Umgang. Das Wohl des Kindes steht dabei im absoluten Mittelpunkt.
2. Kooperation der Eltern: Die Wahrnehmung des Umgangsrechts erfordert eine gewisse Kooperation seitens der Eltern. Die Umgangszeiten, Abhol- und Bringmodalitäten sowie spezielle Situationen wie Schul- oder Arztbesuche sollten klar geregelt und eingehalten werden.
3. Verweigerung des Umgangs: Verweigert der sorgeberechtigte Elternteil den Umgang des anderen Elternteils mit den gemeinsamen Kind, empfiehlt sich zunächst der Gang zum Jugendamt. Wenn das nicht hilft, muss beim Familiengericht Klage auf Einräumung des Umgangsrechts eingereicht werden.
Dieser Rechtstipp behandelt folgende Themen:
Wer hat ein Umgangsrecht mit wem? Welche Rechte gibt das Umgangsrecht dem Elternteil im Einzelnen? Was für Pflichten sind mit dem Umgangsrecht verbunden? Wie funktioniert das Umgangsrecht in der Praxis? Was passiert, wenn der Umgangsberechtigte mal keine Zeit hat? Was passiert, wenn das Kind nicht zum Vater will? Wann verbietet das Gericht den Umgang? Kann sich das Gericht auch weigern, eine Umgangsregelung zu treffen? Was tun, wenn mir der Umgang mit meinem Kind verweigert wird? Muss das Kind vor Gericht erscheinen? Ist ein befristeter Umgangsausschluss bei Kindeswohlgefährdung verfassungsgemäß? Praxistipp zum Umgangsrecht Wer hat ein Umgangsrecht mit wem?
Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Diese haben auch ihrerseits ein Recht auf Umgang mit dem Kind.
Wichtig: Auch andere Personen können ein Umgangsrecht mit dem Kind haben: Nach § 1685 des Bürgerlichen Gesetzbuches steht Großeltern oder Geschwistern ebenfalls ein Umgangsrecht zu. Voraussetzung: Der Umgang mit ihnen dient dem Wohl des Kindes.
Diese Bedingung nehmen die Gerichte sehr ernst: Sind Großeltern und Eltern so schwer zerstritten, dass die Kinder bei jedem Treffen in einen Loyalitätskonflikt geraten, untersagen sie womöglich den Umgang mit den Großeltern (Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 23.6.2000, Az. 11 UF 26/00).
Auch andere enge Bezugspersonen können ein Recht auf Umgang mit dem Kind haben, § 1685 Abs. 2 BGB. Die Voraussetzung ist hier, dass sie für das Kind echte Verantwortung tragen oder getragen haben. Beispiel: Als Anzeichen für eine solche Verantwortung gilt, dass Kind und Bezugsperson längere Zeit zusammen in einem Haushalt gelebt haben.
Für Probleme sorgt immer wieder der Begriff "Vater". Dieser ist nämlich nicht immer eindeutig. Ein Mann kann der leibliche Vater eines Kindes sein. Nach einer Trennung oder Scheidung kann aber der neue Partner der Mutter mit deren Zustimmung seine eigene Vaterschaft am Kind anerkennen und damit zum rechtlichen Vater werden. Dieser Vorgang ändert überhaupt nichts am Umgangsrecht des biologischen Vaters – solange dies dem Wohl des Kindes dient (§ 1686a BGB).
Welche Rechte gibt das Umgangsrecht dem Elternteil im Einzelnen?
Auch bei einem Besuch des Kindes beim umgangsberechtigten Elternteil taucht immer wieder die Frage auf, worüber dieser entscheiden darf. Der umgangsberechtigte Elternteil darf während seiner Zeit mit dem Kind Entscheidungen in dessen alltäglichen Angelegenheiten treffen. Dabei kann es zum Beispiel um Ernährung oder Zubettgehzeiten gehen. Der umgangsberechtigte Elternteil darf auch Ausflüge mit Übernachtung mit dem Kind unternehmen.
Was für Pflichten sind mit dem Umgangsrecht verbunden?
Beide Umgangsberechtigten sind dazu verpflichtet, dem jeweils anderen einen ungestörten Umgang mit dem Kind zu ermöglichen.
Wichtig: Ein Elternteil darf nicht das Umgangsrecht des anderen blockieren, so zerstritten man auch sein mag.
Die Ausübung des Umgangs erfordert eine gewisse Kooperation – zum Beispiel eine Terminabsprache oder die Regelung, wer das Kind abholt oder bringt. Dabei müssen die Eltern einen höflichen Umgangston ohne Feindseligkeiten wahren, denn: Das Kind soll positiv auf den Umgang mit dem jeweils anderen vorbereitet und nicht gegen diesen aufgehetzt werden.
Wie funktioniert das Umgangsrecht in der Praxis?
- Grundsätzlich muss der umgangsberechtigte Elternteil sein Kind abholen und auch wieder bringen.
- Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, muss dieses rechtzeitig auf das Abholen vorbereiten – es anziehen und ggf. einen Koffer packen.
- Der umgangsberechtige Elternteil muss die Kosten für das Abholen und Bringen übernehmen. Allerdings kann es Ausnahmen bei großer Entfernung geben. Dann wird von dem Elternteil, bei dem das Kind wohnt, auch erwartet, dass dieser das Kind beispielsweise zum Bahnhof bringt und in den Zug setzt.
Was passiert, wenn der Umgangsberechtigte mal keine Zeit hat?
Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg hat das Umgangsrecht gerade bei Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht durchaus auch die Funktion, den Ex-Partner zu entlasten.
Dabei ging es um ein geschiedenes Paar mit gemeinsamem Sorgerecht. Die Umgangsregelung besagte, dass sich die beiden Kinder zu etwa 1/3 beim Vater und zu 2/3 bei der Mutter aufhalten sollten. Nur arbeiteten beide Elternteile in Berufen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Der Vater war Pilot und konnte sich nicht immer wie vereinbart um die Kinder kümmern.
Die Mutter setzte per Klage durch, dass sich der Vater 14-tägig von Donnerstag ab Schulschluss bis Montag morgen um die Kinder kümmern musste. Auch eine Ferienregelung wurde getroffen. Der Vater ging gegen dieses Urteil vor, um eine flexiblere Regelung zu erreichen. Das Gericht entschied, dass die Umgangsregelung so praktikabel sei. Die Kinder hätten sich gewünscht, diese beizubehalten – auch, wenn ihr Vater dann nicht immer zu Hause sei.
Der Umgang diene nicht nur dazu, die Beziehungen zwischen beiden Elternteilen und den Kindern zu fördern, sondern diene auch der Entlastung des anderen Elternteils. Gerade bei einem wie hier erweiterten Umgangsrecht sei es dem Umgangsberechtigten zuzumuten, dass er sich bei beruflicher Verhinderung in einzelnen Fällen um eine andere Betreuung für die Kinder kümmere. Auch könnten die Eltern sich absprechen und das Umgangswochenende tauschen. Daher bleibe die Regelung, wie sie sei (OLG Nürnberg, 18.1.2024, Az. 9 UF 744/23).
Was passiert, wenn das Kind nicht zum Vater will?
In solchen Fällen kommt es auf den genauen Grund an. Oft ist der Wille des Kindes entscheidend.
Beispiel: Das Oberlandesgericht Hamm hat sich mit einem besonderen Fall beschäftigt: Zwischen zwei Elternteilen bestand eine gerichtliche Umgangsregelung, nach welcher der Vater alle 14 Tage ein Wochenende mit den drei Kindern verbringen durfte. Nun weigerte sich jedoch der 14-jährige Sohn an einem Wochenende, den Vater zu besuchen.
Der Grund: Der Junge war leidenschaftlicher Sportler und hatte am Wochenende immer wieder Training und Turniere in seinem Verein. Der Vater hatte nicht immer Lust, ihn dort hinzufahren. Die Mutter wollte den Sohn nicht zum Besuch beim Vater zwingen. Als sie den Jungen nicht zum Besuchswochenende ablieferte, beantragte der Vater beim Amtsgericht erfolgreich ein Ordnungsgeld gegen sie.
Diese Entscheidung hob das Oberlandesgericht wieder auf. Die Kindesmutter habe keine Schuld an dem Verstoß gegen die Umgangsregelung. Hier sei der Wille des 14-jährigen Kindes zu beachten. Schließlich spielten Freizeitaktivitäten und Sozialleben im Alltag von Heranwachsenden eine große Rolle. Kinder wollten mit zunehmendem Alter immer selbstständigere Entscheidungen treffen. Dies gelte umso mehr bei organisierten Sportaktivitäten mit festen Terminen.
Es seien keine verhältnismäßigen Erziehungsmaßnahmen denkbar, mit denen die Mutter den Sohn zu einem Umgang mit dem Vater zwingen könne. Darüber hinaus sei ein erzwungener Umgang nicht förderlich für das Kindeswohl. Die Mutter musste kein Ordnungsgeld bezahlen (Urteil vom 27.12.2024, Az. 5 WF 119/24).
Wann verbietet das Gericht den Umgang?
Das Familiengericht kann einem Elternteil oder einem anderen Umgangsberechtigten das Umgangsrecht entziehen, wenn der Umgang nicht dem Wohl des Kindes dient. Um das Wohl der Eltern geht es dabei nicht. Eine Gefährdung des Kindeswohls kann zum Beispiel bei drohendem sexuellen Missbrauch, drohender Kindesentführung oder einer Sektenzugehörigkeit des umgangsberechtigten Elternteils naheliegen.
Es muss sich jedoch nicht unbedingt um einen solchen Extremfall handeln: Auch eine extreme Abneigung des Kindes selbst gegen den umgangsberechtigten Elternteil kann einen Entzug des Umgangsrechts rechtfertigen. Das Gericht bezieht jedoch bei seiner Entscheidung eine mögliche Beeinflussung durch den anderen Elternteil mit ein (OLG Brandenburg, Beschluss vom 27.12.2018, Az. 9 UF 86/18).
Wichtig: Voraussetzung für eine Entziehung des Umgangsrechtes ist immer, dass es sich um echte und nicht nur um vorgeschobene Gründe handelt. Beispiel: Dass der Vater mehrere Hunde hält, rechtfertigt nicht den Entzug des Umgangsrechts mit einem knapp zweijährigen Kind (OLG Frankfurt a. M., Beschluss vom 27.10.2020, Az. 1 UF 170/20).
Kann sich das Gericht auch weigern, eine Umgangsregelung zu treffen?
Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof haben das Elterngrundrecht des Art. 6 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz immer wieder so ausgelegt, dass Familiengerichte eine Umgangsregelung treffen müssen, wenn sich die Eltern nicht einigen können und eine gerichtliche Entscheidung beantragen.
Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht in zwei Fällen entschieden, dass es auch Ausnahmen geben kann. Die Eltern hatten in beiden Fällen Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil schon die Oberlandesgerichte sich geweigert hatten, eine Umgangsregelung zu treffen.
Fall 1: Der Vater eines 15-jährigen Jungen hatte eine Umgangsregelung beantragt. Der Sohn wohnte bei der Mutter, die das alleinige Sorgerecht hatte. Das Oberlandesgericht hatte sich am Willen des Sohnes orientiert. Dieser hatte sich durchaus Kontakt zu seinem Vater gewünscht, aber nicht regelmäßig und nach einem gerichtlich verordneten Rhythmus, sondern spontan. Diesen Willen des 15-Jährigen hatte das Gericht respektiert. Das Bestreben nach Autonomie und Selbstbestimmtheit sei ein Ausdruck der natürlichen Entwicklung eines Jugendlichen. Daher sei keine gerichtliche Umgangsregelung erforderlich.
Fall 2: Die Mutter eines achtjährigen Kindes hatte auf Umgang mit ihrem Kind geklagt, welches beim allein sorgeberechtigten Vater lebte. Allerdings gab es bereits ein Gerichtsurteil, nach dem sie den Umgang haben konnte – in Begleitung einer fachkundigen Person. Die Mutter wollte ihr Kind aber allein sehen. Aus Sicht des Oberlandesgerichts war die Sachlage unverändert und es gab keinen Grund, von dem begleiteten Umgang abzusehen.
Beide Verfassungsbeschwerden verwarf das Bundesverfassungsgericht als unzulässig. Die beiden Elternteile hätten nicht ausreichend dargelegt, warum sie in ihren verfassungsmäßigen Rechten verletzt sein sollten (Beschlüsse vom 28.8.2025, Az. 1 BvR 316/24 und 1 BvR 810/25).
Was tun, wenn mir der Umgang mit meinem Kind verweigert wird?
In diesem Fall empfiehlt sich zunächst eine Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt. Unter Umständen kann dieses vermitteln. Wenn dies nicht funktioniert, hilft nur ein gerichtliches Vorgehen, wie etwa eine Klage auf Einräumung des Umgangsrechts. Schnelles Handeln ist wichtig: Gerade bei kleineren Kindern tritt schnell eine Entfremdung ein.
Weigert sich der sorgeberechtigte Elternteil auch nach einer entsprechenden Gerichtsentscheidung, dem Umgangsberechtigten sein Umgangsrecht einzuräumen, kann das Gericht ein Zwangsgeld bzw. Ordnungsgeld androhen. Führt dies wieder zu nichts, wird es für den betreffenden Elternteil schnell teuer. Dann muss mit der Festsetzung von Ordnungsgeldern in teils erheblicher Höhe gerechnet werden.
Muss das Kind vor Gericht erscheinen?
Streiten sich die Eltern über das Umgangsrecht, hört sich das Familiengericht in aller Regel auch an, wie das Kind dazu steht. Schließlich geht es hier um das Wohl des Kindes und daher zählt dessen Meinung.
Der Bundesgerichtshof hat 2018 noch einmal betont: Solange es für die Entscheidung relevant ist, ist das Gericht verpflichtet, das Kind anzuhören. Dies gilt auch bei Kindern unter 14 Jahren. Darauf verzichtet werden darf nur, wenn sich das Kind nicht sinnvoll äußern kann. Das Kind im Entscheidungsfall war vier Jahre alt (Beschluss vom 31.10.2018, Az. XII ZB 411/18).
Ist ein befristeter Umgangsausschluss bei Kindeswohlgefährdung verfassungsgemäß?
Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit einem auf drei Jahre befristeten Umgangsausschluss beschäftigt, den ein Familiengericht ausgesprochen hatte. Das Ehepaar stammte aus Afghanistan; beide hatten vor ihrer Hochzeit die deutsche Staatsbürgerschaft. Es gab zwei Kinder und beide Elternteile hatten das Sorgerecht.
2020 hatte es zwischen den Ehepartnern Streit gegeben. Die Ehefrau hatte sich eine Trennung gewünscht. Der Mann wollte die Kinder behalten. Es folgten immer heftigere Streitigkeiten, die schließlich dazu führten, dass die Mutter mit den Kindern Schutz bei der Polizei suchte. Sie gab an, dass ihr Mann ihr mit dem Tod gedroht habe. Sie wurde in ein Opferschutzprogramm aufgenommen.
Im Sorgerechtsverfahren sagten die Kinder vor Gericht aus, dass ihr Vater sie geschlagen, verletzt und in den Geräteschuppen gesperrt habe. Sie wollten ihn nicht mehr sehen. Die Mutter erhielt das alleinige Sorgerecht. Das Gericht schloss das Umgangsrecht des Vaters für sechs Monate aus und verhängte ein Kontaktverbot.
Darauf erhob der Vater Klage, um ein regelmäßiges Umgangsrecht mit den Kindern durchzusetzen. Die Mutter erklärte vor Gericht, dass er mehrfach angekündigt habe, sie zur Wahrung seiner Ehre zu töten. Dies sei zu erwarten, sobald er ihre neue Adresse erfahre. 2003 sei die Schwester des Mannes Opfer eines Ehrenmordes geworden, bei dem er der "Drahtzieher" gewesen sei.
Hier machte sich das Familiengericht die Sache nicht einfach und vernahm viele Zeugen, zum Teil mehrfach, sowie die Beteiligten und die Kinder und zog das Jugendamt hinzu. Es beschloss einen Umgangsausschluss von drei Jahren für den Vater. Das Gericht war davon überzeugt, dass die Schilderungen der Mutter stimmten. Man könne den Kindern nicht zumuten, womöglich über den Wohnort der Mutter ausgefragt zu werden, mit der Folge, dass ihr etwas zustieße.
Die Unversehrtheit der Mutter sei für das Wohl der Kinder maßgeblich, da sie das alleinige Sorgerecht innehabe. Auch stünden Mutter und Kinder immer noch unter intensivem Polizeischutz. Ein milderes Mittel, etwa begleiteter Umgang, komme nicht in Betracht, da der Vater so den Aufenthaltsort der Mutter erfahren könne.
Auch das vom Vater eingelegte Rechtsmittel wies das Oberlandesgericht zurück. Der Vater legte dagegen Verfassungsbeschwerde ein. Diese nahm das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung an. Der mehrjährige Ausschluss des Umgangs des Vaters mit seinen Kindern greife zwar in sein Elterngrundrecht ein. Allerdings sei dieser Eingriff auf der Grundlage der verfassungsrechtlich nicht zu beanstandenden Regelung in § 1684 Abs. 4 Satz 2 BGB gerechtfertigt (Einschränkung des Umgangsrechts bei Kindeswohlgefährdung).
Das Oberlandesgericht habe seine Entscheidung ausreichend begründet. Es sei legitim, dass das Gericht dabei die Gefahrenbeurteilung der örtlichen Polizeidienststelle berücksichtigt habe. Die lange Dauer des Umgangsausschlusses sei hier immer noch verhältnismäßig und durch die erhebliche Gefährdung der Mutter und der Kinder gerechtfertigt.
Ein Umgangsausschluss von über einem Jahr sei möglich, wenn dieser gerichtlich überprüft werden könne. Dies sei hier der Fall (Beschluss vom 7.10.2025, Az. 1 BvR 746/23).
Praxistipp zum Umgangsrecht
Das Umgangsrecht sorgt oft für Streit unter Ex-Partnern. Ein Fachanwalt für Familienrecht kann Sie zu Ihren Rechten und Pflichten beraten und Ihnen auch vor Gericht helfen, falls der andere Elternteil Ihnen das Umgangsrecht mit Ihrem Kind verweigern will.
(Ma)