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Die Maklercourtage ist der Maklerlohn oder auch die Provision, die ein Immobilienmakler dafür erhält, dass er Ihnen ein Haus oder eine Wohnung vermittelt. Das Immobilienrecht hält jedoch verschiedene Spielregeln für die Maklerprovision bereit.

Infos zur Maklercourtage

Courtage: übliche Beträge

Die Maklercourtage wird sowohl bei der Vermittlung von Mietverträgen als auch bei der von Kaufverträgen fällig. Bei Mietverträgen darf sie laut Gesetz zwei Monatsmieten (kalt) plus Umsatzsteuer nicht übersteigen. Für Kaufverträge gibt es keine gesetzliche Regelung, die üblichen Sätze liegen zwischen 3 und 6 Prozent vom Kaufpreis plus Mehrwertsteuer.

Wer darf Courtage verlangen?

Zwar darf in Deutschland bisher noch jeder ohne besondere Ausbildung Makler werden. Allerdings braucht ein Makler eine Gewerbeanmeldung und eine besondere Gewerbeerlaubnis, die er nur erhält, wenn er verschiedene Voraussetzungen erfüllt. Vorstrafen oder Überschuldung können dem im Wege stehen. Eine Courtage für Mietwohnungen darf nur verlangen, wer Makler ist - also nicht der Vermieter, der Vormieter oder irgendein Privatmensch, der einen Tipp für eine freie Wohnung hat und dafür nun Geld verlangen möchte. Ist der Wohnungsvermittler gleichzeitig der Eigentümer, Verwalter, Mieter oder Vermieter der betreffenden Wohnung, hat er keinen Anspruch auf eine Provision für deren Vermietung. Die Provision ist erfolgsabhängig.

Provision beim Kauf

Auch die Kaufprovision wird nur fällig, wenn ein Kauf tatsächlich stattgefunden hat. Wie hoch die Courtage in einer Gegend ist, richtet sich nach der Ortsüblichkeit, aber auch nach der Nachfrage und nach dem Objektwert. So werden bei Altbauten in ländlichen Gebieten deutlich höhere Prozentsätze fällig als bei Luxusimmobilien am bayerischen Starnberger See. In einigen Bundesländern zahlt immer der Käufer die Zeche, in anderen wird oft vertraglich vereinbart, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision teilen. Beispiele: In Schleswig-Holstein sind 3,57 Prozent Courtage üblich, in Bayern und Baden-Württemberg ebenfalls. In Hessen werden 5,75 Prozent verlangt, in Berlin und Brandenburg 7,14 Prozent.

Wann entsteht der Provisions-Anspruch?

Eine Provisionsforderung setzt nicht voraus, dass Sie mit dem Makler einen formellen Maklervertrag abgeschlossen haben. Es reicht zum Beispiel schon aus, dass Sie ein Expose erhalten haben, in dem steht, dass Sie beim Kauf Privision zahlen müssen - und dann weitere Informationen anfordern. Der Makler hat Anspruch auf eine Provision, wenn der Vertrag durch seine Tätikeit zustande gekommen ist. Maßgeblich ist allein der Erfolg, vom Aufwand des Maklers ist die Courtage nicht abhängig.

Mehrere Köche = mehr Brei?

Probleme können entstehen, wenn mehrere Makler beteiligt sind - etwa von Käufer- und Verkäuferseite. Manchmal werden aber auch mehrere Makler beauftragt, das gleiche Objekt anzubieten. Hier besteht die Gefahr, dass Sie als Käufer mehrfach Courtage zahlen müssen. Zu diesem Thema gibt es viele Gerichtsentscheidungen.

Streitigkeiten

Bei Auseinandersetzungen um eine Maklerprovision sollte ein im Immobilienrecht erfahrener Rechtsanwalt hinzugezogen werden. Dieser kann klären, on im konkreten Fall ein Provisionsanspruch besteht oder nicht.

Neuregelungen ab 2015

In der ersten Jahreshälfte 2015 soll eine umfassende Mietrechtsreform in Kraft treten, deren Ziel es ist, die Kosten für Mieter überschaubar zu halten. Dazu gehört auch, dass künftig im Mietwohnungsbereich Maklercourtage nur noch der zahlen muss, der den Makler beauftragt hat. Dies nennt man auch das Bestellerprinzip. Bei Maklern stößt diese Planung auf wenig Gegenliebe, leben doch etliche Maklerunternehmen in Ballungsräumen und Großstädten nur von der Vermietungsprovision, die bisher regelmäßig vom Mieter gezahlt wird.

Kauf- und Mietverträge können unwirksam sein oder aus verschiedensten Gründen angefochten oder für nichtig erklärt werden. In einem solchen Fall hat der Käufer in der Regel keinen Anspruch gegen den Makler auf Rückzahlung der Provision.

Rechtstipps zum Thema Maklercourtage

2015-05-12, Autor Holger Hesterberg (539 mal gelesen)
Rubrik: Mietrecht und Pachtrecht

Vom 01.06.2015 an gilt: Wer bei Wohnungsvermietungen den Makler beauftragt, muß ihn grundsätzlich bezahlen. Der Maklerverband IVD hält das Gesetz für verfassungswidrig. Das sog. Bestellerprinzip und die Mietpreisbremse treten zum 1. Juni 2015 in Kraft ...

sternsternsternsternstern  4,3/5 (26 Bewertungen)
2015-06-12, Autor Michael Wemmer (381 mal gelesen)
Rubrik: Immobilienrecht

Diese Übersicht enthält einige Entscheidungen, die aus unserer Sicht für die Praxis und die Entwicklung des Rechts von Bedeutung sind. Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne den vollständigen Urteilstext , falls vorhanden, zur Verfügung. ...

sternsternsternsternstern  4,1/5 (25 Bewertungen)
2015-07-23, Autor Michael Wemmer (301 mal gelesen)
Rubrik: Immobilienrecht

Diese Übersicht enthält einige Entscheidungen, die aus unserer Sicht für die Praxis und die Entwicklung des Rechts von Bedeutung sind. Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne den vollständigen Urteilstext , falls vorhanden, zur Verfügung ...

sternsternsternsternstern  4,1/5 (20 Bewertungen)
Maklerprovision: Was dem Makler zusteht © grafikplusfoto - Fotolia.com
2015-06-25, Redaktion Anwalt-Suchservice (571 mal gelesen)
Rubrik: Immobilienrecht

Nicht selten wird vor Gericht um die Frage gestritten, wann ein Immobilienmakler seine Provision verdient hat. Mancher Makler verlangt gar Beträge, die als sittenwidrig angesehen werden. ...

sternsternsternsternstern  3,7/5 (37 Bewertungen)
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