Rechtliche Probleme beim Schulwechsel

05.11.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (539 mal gelesen)
Rechtliche Probleme beim Schulwechsel
Kleine Klassen, spezielle Förderungen: Privatschulen bieten ihren Schülern oft ein interessantes und umfangreiches pädagogisches Angebot. Was vielen Eltern und Schülern allerdings nicht klar ist: Will ein Schüler einer Privatschule in die Oberstufe eines staatlichen Gymnasiums wechseln, ist dies nicht in jedem Fall problemlos möglich.

Diese Erfahrung musste ein Berliner Schüler machen der bis einschließlich Klasse 12 ein privates Gymnasium besucht hatte und dann zur Oberstufe auf ein staatliches Gymnasium wechseln wollte. Die Schulaufsicht versagte dem Schüler mehrfach den Schulwechsel, indem sie ihm die staatliche Anerkennung für die Sekundarstufe II versagt. Daraufhin klagte der Schüler beim Verwaltungsgericht Berlin.

Ohne Erfolg! Das Verwaltungsgericht Berlin (Aktenzeichen VG 3 L 575.14) entschied, dass die Ablehnung des Schülers durch die Schulaufsicht rechtens war. Der Schüler habe nicht nachweisen können, dass er regelmäßigen Unterricht in der zweiten Fremdsprache Französisch über die erforderliche Dauer erhalten habe. Die ihm von der Privatschule erteilten Zeugnisse seien insoweit lückenhaft. Eine ihm von der Französischlehrerin ausgestellte „Fremdsprachenbescheinigung“ sei keine zuverlässige Bestätigung dafür, dass der erforderliche Fremdsprachenunterricht erteilt worden sei. In einem der Zeugnisse werde zwar ein „Kurs“ Französisch (neben Ballsportarten, Kochen, Töpfern etc.) bescheinigt. Ein regelmäßiges Unterrichtsangebot habe sich aber auch nicht in den von der Schulaufsicht durchgesehenen Unterlagen der Schule nachweisen lassen. Die bei den wiederholt durchgeführten Schulbesichtigungen und Unterrichtsbesuchen festgestellten erheblichen Defizite, insbesondere auch beim Fremdsprachenunterricht, sprächen deutlich dagegen, dass der Antragsteller durchgängig den für die Einstufung in die 13. Klasse erforderlichen Umfang an Unterricht in der zweiten Fremdsprache erhalten habe.

Bereits vor der Ablehnung der beantragten staatlichen Anerkennung für die gymnasiale Oberstufe sei die Schule aufgefordert worden, ihre Schüler darüber zu unterrichten, dass die Schule nicht berechtigt sei, die Abiturprüfung abzunehmen, so die Berliner Richter.