Erb- und Pflichtteilsverzicht sind nützliche Gestaltungsmittel!

17.02.2012, Autor: Herr Anton Bernhard Hilbert / Lesedauer ca. 2 Min. (5554 mal gelesen)
Zu einer aktiven Gestaltung des Nachlasses gehört das Instrument des Erb- und Pflichtteilsverzichts - gerade, wenn es um Unternehmensnachfolge geht. Ein Rechtstipp von*Rechtsanwalt und Mediator (DAA)*Anton Bernhard Hilbert*Fachanwalt für Erbrecht*zert. Testamentsvollstrecker (AGT)*Waldshut-Tiengen * http://www.hilbert-simon.de * Besuch erwünscht!

Das deutsche Erbrecht kennt nicht nur den Erwerb auf Grund einer Erbschaft, sondern hält auch Regelungen bereit, wonach (künftige) Erben auf ihr gesetzliches Erbrecht verzichten können.

Bei der Nachlassgestaltung spielt der Erb- und Pflichtteilsverzicht eine wichtige Rolle. Sind sich der Erblasser und die künftigen Erben einig, ist eine flexible Verteilung des Nachlasses möglich, ohne dass die ungeliebten Einschränkungen des Pflichtteilsrechts berücksichtigt werden müssen. Insbesondere im Rahmen der Unternehmensnachfolge, bei der vorweggenommen Erbfolge und beim Ausscheiden nicht ehelich geborener Kinder spielt der Erb- und Pflichtteilsverzicht eine wichtige Rolle.

Einigkeit ist dabei Trumpf. Denn kein künftiger Erbe kann gezwungen werden, auf seinen Erbteil zu verzichten. In aller Regel werden deshalb Abfindungen als „Gegenleistung“ für den Verzicht vereinbart.

Ja nach Interessenlage und Fallgestaltung kommt in Frage ein Verzicht nur auf das Erbrecht, ein Verzicht auf das Erbrecht einschließlich des Pflichtteilsrechts oder nur auf das Pflichtteilsrecht. Bei einem Erbverzicht scheidet der Verzichtende mit seinem gesetzlichen Erbrecht komplett aus der Erb folge aus. Folge ist, dass sich die Erbteile der übrigen Erben entsprechend erhöhen.

Ein Erbverzichtsvertrag muss notariell beurkundet werden, um wirksam zu sein. Ein nur schriftlich oder gar mündlich vereinbarter Erb- oder Pflichtteilsverzicht ist wegen Formmangels nichtig. Das Gesetz stellt damit sicher, dass solch gravierende Entscheidungen gut überlegt sind und vor dem Hintergrund einer notariellen Beratung erfolgen. Verzichtet ein Minderjähriger, so ist in aller Regel die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes zusätzlich erforderlich.

Der Verzicht eine Abkömmlings (Kind, Enkel) oder eines Seitenverwandten (Geschwister) auf das gesetzliche Erbrecht erstreckt sich auch auf die Abkömmlinge des Verzichtenden. Im Vertrag kann das allerdings individuell auch anders geregelt werden. Die Abkömmlinge können sich gegen diese „Fernwirkung“ des Verzichts nicht wehren – selbst wenn der Verzichtende den Erbfall selbst nicht mehr erlebt.

Ein Erb- oder Pflichtteilsverzicht kann auch wieder rückgängig gemacht werden. Auch dafür ist die notarielle Beurkundung erforderlich.

Rat und Hilfe bietet der Fachanwalt für Erbrecht. Mit weniger sollten Sie sich nicht zufrieden geben.



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