Halloween-Streiche und -Feiern: Was ist erlaubt und was nicht?

30.10.2026, Redaktion Anwalt-Suchservice
Kürbisköpfe,Halloween Halloween 2025: Feiern, aber richtig. © Bu - Anwalt-Suchservice
Das Wichtigste in Kürze

1. Streiche und Scherze: Leichte Scherze wie das Erschrecken von Freunden mit Kostümen oder das Verstecken von Süßigkeiten sind an Halloween erlaubt, solange sie niemanden verletzen oder ernsthaft erschrecken.

2. Grusel-Effekte: Das Dekorieren des Hauses mit gruseligen Elementen und das Erzeugen von Grusel-Effekten wie Nebelmaschinen oder Spukgeräuschen sind übliche Aktivitäten an Halloween.

3. Feiern / Party: Beim Feiern zu Halloween ist es wichtig, die Grenzen und Ängste anderer zu respektieren. Nicht jeder mag gruselige Scherze, daher sollte man vorsichtig sein, um niemanden zu verletzen oder zu erschrecken.

Am 31. Oktober ist wieder Halloween. In Anlehnung an amerikanische Traditionen ist an Halloween das Begehen von Streichen beliebt. Nur: Wo sind die Grenzen? Was der eine lustig findet, ist für den anderen vielleicht eine Belästigung oder gar eine Sachbeschädigung. Was müssen Halloween-Fans also beachten, damit das Fest auch in rechtlicher Hinsicht entspannt bleibt?

Party machen an religiösen Feiertagen – ist das immer erlaubt?


Hier schauen wir zunächst einmal Richtung Bayern. Im Freistaat gab es ein interessantes Gerichtsurteil: Ein Verein hatte an einem 31.10. eine Versammlung in einem Gasthaus angesetzt. In Bayern sind jedoch per Landesgesetz öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen an sogenannten "stillen Feiertagen" verboten, sofern der "diesen Tagen entsprechende stille Charakter nicht gewahrt wird". Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.

Stille Feiertage: Allerheiligen, der 1. November, ist in den katholisch geprägten Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein gesetzlicher Feiertag und oft auch ein "stiller Tag".
Landesgesetze regeln die Uhrzeiten, zu denen in diesen Bundesländern an Allerheiligen ein Feier- bzw. Tanzverbot gilt. So beginnt in Bayern das Partyverbot um 2 Uhr am 1. November und dauert bis 24 Uhr. Baden-Württemberg verbietet öffentliche Tanzveranstaltungen an Allerheiligen an Wochentagen von 3 bis 24 Uhr, an Samstagen oder Sonntagen von 5 bis 24 Uhr. Dies gibt für den Tag vorher einen gewissen zeitlichen Spielraum.

Zurück zum Verein: Die zuständige Verwaltungsbehörde untersagte die Feier. Schließlich würde sich diese wahrscheinlich bis in den 1. November hinein ausdehnen. Der Hinweis des Vereins, dass die Veranstaltung nur für Mitglieder offen sei, änderte nichts. Dabei hatte der Verein sogar betont, dass auch an diesem besonderen Abend nur neue Mitglieder aufgenommen würden, die von den Vereinsvorständen extra vorher hinsichtlich ihrer Weltanschauung, insbesondere ihrer Einstellung zur Toleranz, zur Geselligkeit und zur verfassungsgemäßen, demokratischen und freiheitlichen Ordnung des Freistaates Bayern, befragt worden seien.

Nur waren der zuständigen Behörde ganz andere Gerüchte zu Ohren gekommen: Angeblich sei die Vereinsleitung offen gegenüber dem Wunsch, Musik zu hören und sich womöglich dazu auch noch "rhythmisch zu bewegen". Obendrein sollten offenbar "halloweentypische Maskierungen" der Gäste geduldet werden! Das Verbot blieb bestehen.

Das Verwaltungsgericht München sah das Verbot der Veranstaltung trotzdem als unzulässig an. Es sei nicht relevant, ob es sich um eine öffentliche Veranstaltung handle. Die Entscheidung der Verwaltungsbehörde sei unverhältnismäßig gewesen. Immerhin hätte es auch mildere Mittel gegeben, um den Feiertag zu schützen – etwa Auflagen wie ein Tanzverbot oder eine Begrenzung der Musiklautstärke.

Das Gericht erinnerte daran, dass auch ein herkömmlicher öffentlicher Barbetrieb mit Musik und Unterhaltung noch kein Verstoß gegen den Charakter eines stillen Feiertages sei (Urteil vom 17. März 2010, Az. M 18 K 08.5647).

Tipp: Regelungen zur Einschränkung unerwünschten Frohsinns an bestimmten religiösen Feiertagen gibt es nicht nur in Bayern. Auch in einigen anderen Bundesländern sind an Allerheiligen Tanzveranstaltungen nicht erlaubt. Möchten Sie so etwas organisieren? Dann informieren Sie sich rechtzeitig über die Rechtslage in Ihrem Bundesland.

Wo gilt der Reformationstag als Feiertag?


Am 31. Oktober ist Reformationstag. An diesem Tag feiern evangelische Christen, dass Martin Luther am 31. Oktober 1517 das Pergament mit seinen berühmten 95 Thesen in Wittenberg an die Kirchentür genagelt hat. Der Reformationstag ist nirgendwo ein stiller Feiertag. Solche Tage sind in den Landesgesetzen aufgelistet.

Allerdings ist der 31. Oktober als Reformationstag in folgenden Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag:

- Brandenburg,
- Mecklenburg-Vorpommern,
- Sachsen,
- Sachsen-Anhalt,
- Thüringen,
- Bremen,
- Schleswig-Holstein,
- Niedersachsen und
- Hamburg.

In Baden-Württemberg ist an diesem Tag schulfrei, soweit er nicht sowieso in die Herbstferien fällt.

Halloween-Deko am Haus: Kann sie unzulässig sein?


Mit einem skurrilen Halloween-Streit beschäftigte sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Ein Einwohner der Stadt Herne hatte von dieser in einem Eilverfahren verlangt, in der dortigen Teutoburgia-Siedlung Halloween-Dekorationen an Häusern zu verbieten. Dazu muss man wissen: Die Teutorburgia-Siedlung ist eine besonders schöne und gut erhaltene ehemalige Bergarbeitersiedlung; die Häuser stehen unter Denkmalschutz.

Der Bürger erläuterte in seinem Antrag, dass Anwohner dort ihre Häuser und Vorgärten unter anderem mit großen Gruselfiguren wie Gespenster- und Hexenpuppen nebst künstlichen Spinnennetzen an den Hauswänden dekoriert hätten. Dies widerspreche dem historischen Charakter der denkmalgeschützten Siedlung und locke Besucher an. Diese verursachten Lärm, Parkplatznot und blockierten Rettungswege. Die Gemeinde habe zwar mit verkehrslenkenden Maßnahmen reagiert: Dies gehe jedoch am Kern der Sache vorbei: Die Halloween-Deko müsse weg.

Das Gericht schmetterte seinen Antrag ab: Erstens habe der Mann gar keine Antragsbefugnis, weil er selbst gar nicht in der Siedlung wohne. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern er in irgendwelchen eigenen Rechten verletzt sein könne. Der Denkmalschutz liege im öffentlichen Interesse und diene nicht dem Schutz der Interessen Einzelner, die in keinem räumlichen Bezug zum geschützten Denkmal stünden.

Zweitens würden die Gespenster, Hexen und Spinnen nur für kurze Zeit ihr Unwesen treiben. Der Denkmalwert der Häuser werde dadurch nicht beeinträchtigt. Der Mann könne von der Stadt kein Eingreifen fordern (Beschluss vom 29.10.2025, Az. 16 L 2124/25).

Darf man an Halloween böllern?


Nein. Feuerwerk der Kategorie 2, unter welche Böller und Raketen fallen, ist an Halloween genauso verboten wie das restliche Jahr über mit Ausnahme von Silvester. Zulässig ist nur Ganzjahresfeuerwerk der Kategorie 1. Dieses darf ganzjährig von Personen ab 12 Jahren gekauft und verwendet werden und umfasst keine reinen Knallkörper außer Knallererbsen. Zur erlaubten Kategorie 1 gehören zum Beispiel:

- Partyknaller,
- Bodenwirbel,
- Tischfeuerwerk,
- Eisfontänen,
- Wunderkerzen und
- kleinere Bodenfontänen.

Auch manche Bengalfackeln oder Raucheffekte fallen darunter. Damit lässt sich gut für eine schaurige Atmosphäre sorgen.

Tipp: Achten Sie trotzdem auf die Sicherheit. Der verheerende Brand mit 41 Toten im schweizerischen Crans-Montana an Silvester 2025 wurde durch Eisfontänen ausgelöst, die zwar durchaus für Innenräume gedacht sind – man sollte sie nur nicht zu nahe an Dämmstoffe und Holzverschalungen halten.

Trick or Treat – wo hört der Spaß auf?


Mancher Halloweenstreich kann schnell die Grenzen des rechtlich Erlaubten überschreiten. Nun kommen wir zum Strafrecht.

Ein in Klopapier eingewickeltes Auto wieder auszuwickeln, ist lästig, verursacht aber keinen Schaden. Eine strafbare Sachbeschädigung ist jedoch eine an die Hausfassade geworfene Farbbombe. Denn: Hier wird ein fremder Gegenstand auf Dauer verändert. Die Herstellung des Originalzustandes ist aufwendig und teuer.

Täter müssen außer mit einer Strafanzeige auch mit teuren zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen des Hauseigentümers rechnen. Dies gilt auch bei

- zerkratztem Autolack,
- eingeworfenen Fensterscheiben oder
- mit Böllern gesprengten Briefkästen.

Solche Aktionen sind schlicht kein Scherz, sondern Sachbeschädigung.

Wichtig: Wer das 14. Lebensjahr vollendet hat, ist strafmündig. Die Gerichte verurteilen Jugendliche oft zu Erziehungsmaßnahmen (Sozialstunden, Wiedergutmachung). Erwachsene dagegen müssen bei einer Sachbeschädigung mit einer Geldstrafe rechnen oder (in schweren Fällen und bei Wiederholungstaten) mit einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren.

Was ist auf jeden Fall verboten?


Als "Anscheinswaffen" bezeichnet das Waffengesetz Dinge, die mit einer echten Waffe verwechselt werden können – etwa täuschend echte Softair-Schusswaffen. Solche "Anscheinswaffen" sind auch an Halloween nicht erlaubt, denn Mitmenschen könnten beispielsweise panikartig auf eine zu echt wirkende Pistole reagieren. Sieht die Polizei den Gegenstand als echte Waffe und Bedrohung an, wird es gefährlich.

Auch die Verkleidung mit Uniformen hat ihre Grenzen: Wer sich z. B. als Polizist verkleidet, sollte sicherstellen, dass das Kostüm auch noch als solches erkennbar ist. Sonst kann eine solche "verbotene Verkleidung" zur strafbaren Amtsanmaßung werden.

Zu knappe Verkleidungen sind zwar an Halloween jahreszeitbedingt eher weniger anzutreffen. Trotzdem sei hier angemerkt, dass es auch den Straftatbestand der Erregung öffentlichen Ärgernisses gibt.

Das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit, z. B. auf Straßen und Plätzen, ist an Halloween dagegen grundsätzlich erlaubt und fällt nicht unter das Vermummungsverbot.

Squid Game: negative Auswirkungen


Mit Aufkommen der Streaming-Serie "Squid Game" wurde diese häufig von Kindern und Jugendlichen auf dem Schulhof nachgespielt. Es handelte sich jedoch nicht um harmlose Unterhaltung. Das Thema: Menschen mit Geldproblemen nehmen an Kinderspielen teil, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu erhalten. Wer verliert, wird noch auf dem Spielfeld brutal getötet.

Die Polizei machte sich Sorgen, dass dieser Hype auch an Halloween in Gewalt ausufern könne. Immerhin wusste man aus den Vorkommnissen im Zusammenhang mit den sogenannten Horrorclowns vor einigen Jahren, dass so etwas leicht schiefgehen kann: Damals wurde die Verkleidung oft genutzt, um Scherze zu weit zu treiben oder echte Straftaten zu begehen, und auf der anderen Seite wurde dies schnell als Anlass für ernsthafte Selbstverteidigung angesehen.

Tipp: In puncto Squid Game scheint an Halloween wenig passiert zu sein. Eltern sollten trotzdem dafür sorgen, dass ihre Kinder keine Online-Inhalte konsumieren und nachspielen, die nicht für ihr Alter geeignet sind – und gerade an Halloween ist in diesem Bereich Vorsicht geboten.

Ausgeuferte Halloween-Randale: Gefängnisstrafen


2017 kam es im baden-württembergischen Walldorf an Halloween zu Ausschreitungen einer Gruppe junger Leute zwischen 16 und 20. Einige Gruppenmitglieder waren wohl zuvor mit der Polizei aneinandergeraten und wollten sich rächen. Dabei flogen Molotow-Cocktails unter anderem gegen eine Schule, eine Polizeistation und ein Polizeiauto und ein Passant wurde durch Schläge verletzt.

Das Landgericht Heidelberg verhängte Bewährungsstrafen von einem Jahr und bis zu zehn Monaten unter anderem wegen versuchter Brandstiftung, Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Hinzu kamen Geld- und Arbeitsauflagen. In einem Fall wurde eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten ohne Bewährung verhängt. Hier hätte etwas Selbstbeherrschung viel Ärger erspart ...

Was gilt bei Schäden durch Streiche?


Halloween-Geschädigte können zivilrechtlich Schadensersatz fordern. Dazu muss es sich jedoch um einen halbwegs erheblichen Schaden handeln. Wurde nur ein rohes Ei auf den Gartenweg geworfen, wird kein Gericht den Täter zur Zahlung einer großartigen Entschädigung verurteilen. Zerstört das Ei allerdings eine Fensterscheibe, sieht die Sache anders aus. Dann muss der Verursacher den Schaden bezahlen.

Wer haftet, wenn Kinder Schäden verursachen?


Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr haften nicht für von ihnen verursachte Schäden. Ältere Kinder können selbst haftbar gemacht werden. Zwar erscheint dies auf den ersten Blick sinnlos, da Kinder meist kein Geld haben. Aber: Gibt es erst einmal einen vollstreckbaren Titel – wie ein Gerichtsurteil – kann der Betrag noch Jahre später eingefordert werden, wenn das Kind längst erwachsen ist. Eine Vollstreckung ist 30 Jahre lang möglich.

Bei einer Verletzung der Aufsichtspflicht haften nicht die Kinder, sondern die Eltern. Dies gilt auch bei Kindern unter sieben Jahren. Das Gesetz schreibt nicht vor, wie viel Aufsicht stattzufinden hat. Dies hängt vom Alter und der persönlichen Reife ab. Zum Beispiel hält der Bundesgerichtshof bei fünfeinhalbjährigen Kindern Kontrollen im Abstand von höchstens 30 Minuten für ausreichend (Az. VI ZR 51/08). Dem Oberlandesgericht Oldenburg zufolge darf man 10- bis 13-Jährige beim Spielen mit Softair-Waffen nicht sich selbst überlassen. Hier musste eine Mutter für eine erhebliche Augenverletzung eines anderen Kindes haften (Az. 1 U 3/14).

Welche Promillegrenzen gelten beim Autofahren?


Auch an Feiertagen sind Alkohol und Kraftfahrzeuge strikt zu trennen. Es gibt keinen Halloween-Bonus! Eine einzige Überschreitung der 0,5-Promille-Grenze kostet im Jahr 2026 bereits 500 Euro, 2 Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

Ab 0,3 Promille handelt es sich bei Ausfallerscheinungen oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer um eine Straftat, nämlich Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB. Darauf steht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Andere Straftatbestände, wie etwa eine Straßenverkehrsgefährdung, kommen ebenfalls in Frage und werden strenger bestraft.

Wichtig: Dies gilt auch für E-Scooter! Hier gelten die gleichen Promille-Regeln wie für das Autofahren.

Darf ich an Halloween maskiert Autofahren?


Vorsicht: Die lockeren, älteren Regeln zum Maskiert-Auto-Fahren gelten nicht mehr. Laut § 23 Abs. 4 der Straßenverkehrsordnung ist es ausdrücklich verboten, sich als Fahrer so zu verhüllen oder zu verdecken, dass man das Gesicht nicht erkennt.

Tipp: Fahren Sie ohne Maske (oder Halloween-Maskierung) Auto – und nüchtern.

Praxistipp zu Halloween


Auch an Halloween sollte man darauf achten, andere Leute beim Feiern nicht zu schädigen, zu verletzen oder in Panik zu versetzen. Autofahrer – oder E-Rollerfahrer – sollten auch an diesem Abend "trocken" bleiben. Bei Schäden und Unfällen hilft Ihnen ein Rechtsanwalt, der sich auf das Zivilrecht spezialisiert hat. Bei Verkehrsdelikten ist ein Fachanwalt für Verkehrsrecht der beste Ansprechpartner.

(Bu)


 Stephan Buch
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