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In Gerichtsverfahren oder behördlichen Verfahren kann es vorkommen, dass eine Person zur Abgabe einer Erklärung oder Aussage vor einer staatlichen Stelle (Gericht oder Behörde) erscheinen muss. Die Aufforderung zum persönlichen Erscheinen vor einer staatlichen Stelle nennt man Vorladung.

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Vorladung: Wann muss man ihr Folge leisten?

Form und Formen der Vorladung

In den meisten Fällen der Vorladung handelt es sich um eine Aufforderung, zu einem bestimmten Sachverhalt auszusagen. Das bedeutet: Der Vorgeladene soll als Zeuge oder als Beschuldigter bzw. Betroffener gehört werden. Die Vorladung muss dabei grundsätzlich schriftlich erfolgen. Nur ausnahmsweise kann sie mündlich ausgesprochen werden, z. B. bei der polizeilichen Vorladung.

Wird ein Termin, der in der Vorladung genannt wurde, geändert, ergeht die sogenannte Umladung. Wird der Termin aufgehoben nennt man die entsprechende Mitteilung darüber Abladung.

Vorladung zum Strafantritt

Die Vorladung zum Strafantritt stellt besondere Form der Vorladung dar: Wird jemand zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und befindet sich noch nicht in Haft, wird er von der Staatsanwaltschaft aufgefordert, sich zu einem bestimmten Termin in einer bestimmten Justizvollzugsanstalt zu melden und die Haft anzutreten.

Diese Vorladung wird als Vorladung zum Haftantritt bezeichnet. Wird einer Vorladung zum Haftantritt nicht entsprochen, wird ein Haftbefehl erlassen und die Person von der Polizei gesucht.

Wirkung der Vorladung: Ist die Vorladung verpflichtend?

Nicht immer löst eine Vorladung die Pflicht aus, der Aufforderung zum persönlichen Erscheinen nachzukommen. Weder Zeugen noch Beschuldigte bzw. Betroffene müssen z. B. einer polizeilichen Vorladung Folge leisten. Die polizeiliche Ladung zur Vernehmung als Zeuge oder Beschuldigter "aufs Revier" ist also grundsätzlich nicht bindend. Etwas anderes gilt nur für den Beschuldigten im Strafverfahren, wenn er erkennungsdienstlich behandelt werden soll.

Wird ein Betroffener von der Staatsanwaltschaft vorgeladen, muss er dieser Vorladung nachkommen. Wer als Zeuge einer Vorladung nicht nachkommt, kann unter Umständen von der Polizei vorgeführt (Vorführung) werden. Das gleiche gilt für die Vorladung durch das Gericht. Die gerichtliche Vorladung ist die Aufforderung, sich zu einem bestimmten Termin bei Gericht einzufinden und kann notfalls mit Zwangsmaßnahmen durchgesetzt werden.

Besonderer Tipp

Wenn man einer verpflichtenden Vorladung nicht Folge leistet kann es durchaus vorkommen, dass die Polizei vor Tür steht und man zwangsweise zur Staatsanwaltschaft oder zum Gericht gebracht wird. In diesem Fall sollte man der Polizei keinen Widerstand leisten, weil das strafrechtlich Konsequenzen haben kann.

Haben Sie eine Vorladung erhalten und wissen Sie nicht, ob Sie dieser Vorladung folgen müssen? Nehmen Sie den Rat eines Rechtsanwaltes in Anspruch und finden Sie ihn über den Anwalt-Suchservice!
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