Fußball-Nachwuchs: Was müssen die Nachbarn ertragen?

27.06.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (1228 mal gelesen)
Fußball-Nachwuchs: Was müssen die Nachbarn ertragen?
Gerade während einer Fußball WM trainieren viele junge Nachwuchskicker hoch motiviert um eines Tages auch ein „Ronaldo“ zu sein - nicht immer zur Freude der Nachbarn, die sich vom Lärm der Anfeuerungsrufe oder von Fußbällen, die in ihren Garten fliegen gestört fühlen. Gerichte haben entschieden, mit wie viel Toleranz dem Nachwuchs begegnet werden muss.

Fußball in Wohnanlage erlaubt- aber Mittagszeit einhalten!

Gegenüber dem Fußballnachwuchs zeigen sich die Gerichte in der Regel großzügig. Mieter können Kindern das Fußballspielen in einer Wohnanlage nicht verbieten, wenn diese die Mittagszeit einhalten, so eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster (Aktenzeichen 1 K 2229/79).

Fußball im Garagenhof ist erlaubt

Das Landgericht München I (Aktenzeichen 1 T 14129/88) erlaubt den fußballspielenden Kindern sogar auf dem Garagenhof Fußball zu spielen, wenn es keinen Fußballplatz in der Nähe gibt.

Fußball im Wendehammer ist verboten

Anders eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 7 A 10789/07.OVG), wonach Fußballspielen auf einem Wendehammer nicht erlaubt ist. Nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Richter muss in diesem Fall die Gemeinde für Ruhe in der Nachbarschaft sorgen.

Ball darf nicht unbefugt von Nachbars Grundstück geholt werden

Fliegt der Ball auf das Grundstück des Nachbarn, dürfen die jungen Kicker den Ball nicht einfach von Nachbars Grundstück zurückholen, ohne diesen zu fragen. Dies entschied das Landgericht München II (Aktenzeichen 5 O 5454/03) und stellt dabei aber auch klar, dass der Nachbar den Ball aber auch nicht einfach behalten darf.

Kind haftet nicht für Schäden durch Ballschuss

Ein 7 Jahre altes Kind ist jedenfalls dann in der Lage vorherzusehen, dass ein in Richtung eines an einer Hauseingangstür stehenden Kindes abgegebener Schuss mit einem Ball zur Beschädigung der dort angebrachten Außenlampe führen kann, wenn es von seinen Eltern zuvor auf solche Gefahren ausdrücklich hingewiesen worden ist, das entschied das Oberlandesgericht Nürnberg (Aktenzeichen: 5 U 130/06).