Anwalt Arbeitszeugnis

Suchen Sie hier mit

einer PLZ, z.B.: 10117, 1224,..
oder
einem Ort, z.B.: Berlin, Hamburg...

Ein Arbeitnehmer hat das Recht auf ein wohlwollend formuliertes Arbeitszeugnis - nicht erst nach dem Ausscheiden. Auch Zwischenzeugnisse sind möglich. Diese sollten in sinnvollen Zeitabständen angefordert werden, etwa wenn einen neuer Arbeitsbereich dazu kommt.

Alle Kanzleistandorte (alphabetisch)

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z Ö Ü

Informationen zum Arbeitszeugnis

Was versteht man unter einem Arbeitszeugnis?

Ein Arbeitszeugnis erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber am Ende seines Arbeitsverhältnisses oder in manchen Fällen auch während dieses noch läuft. Man unterscheidet das einfache und das qualifizierte Arbeitszeugnis.

Einfach oder qualifiziert?

Das einfache Arbeitszeugnis ist eher eine Bescheinigung darüber, dass und in welchem Zeitraum ein Arbeitsverhältnis bestanden hat. In einem qualifizierten Arbeitszeugnis wird der Arbeitnehmer nach seinen Leistungen ausführlicher beurteilt.

Gesetzliche Vorschriften

Der Anspruch des Arbeitnehmers auf ein Arbeitszeugnis ergibt sich aus § 103 Gewerbeordnung (GewO). Angestellte im öffentlichen Dienst können sich auf § 35 Abs.1 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) berufen. Für Auszubildende beruht der Zeugnisanspruch auf § 16 Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Inhalt eines Arbeitszeugnisses

Einfaches Arbeitszeugnis:
  • Angaben zur Person,
  • Art der Tätigkeit,
  • Dauer der Tätigkeit / Beginn und Ende.
Das qualifizierte Arbeitszeugnis enthält zusätzlich Beurteilungen von Leistung (einschließlich Fachkompetenz) und Verhalten (Sozialverhalten gegenüber Kollegen und Chef) des Arbeitnehmers. Dieser kann zwischen beiden Varianten wählen. Das Zeugnis eines Auszubildenden muss Aussagen treffen über:
  • Die Art der Berufsausbildung,
  • Dauer und Ausbildungsziel,
  • die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten,
  • auf Verlangen des Azubis auch Angaben über Verhalten und Leistungen.

Form und Frist

Das Arbeitszeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Unzulässig sind Formulierungen, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtliche Aussage zu treffen. Eine „Zeugnis-Geheimsprache“ ist damit nicht erlaubt – es gibt jedoch in der Realität immer noch bestimmte Formulierungen, die mehr aussagen als ihr wörtlichen Inhalt. Nicht erlaubt ist auch die Erteilung eines Arbeitszeugnisses in elektronischer Form. Auszustellen ist das Zeugnis am Ende des Arbeitsverhältnisses. Ein vorläufiges Zeugnis kann bereits gleich nach der Kündigung oder bei einer Eigenkündigung durch den Arbeitnehmer gefordert werden. Ein Zwischenzeugnis kann der Arbeitnehmer verlangen, wenn er dafür einen besonderen Grund hat. Solche Gründe können z.B. sein Wechsel des Vorgesetzten, Erziehungsurlaub, Beförderung.

Zeugnisgrundsätze

Wichtige Grundsätze des Arbeitszeugnisses sind Wahrheit, Wohlwollen und Vollständigkeit. Das Zeugnis muss generell wohlwollend formuliert sein. Handelt es sich um eine gute Beurteilung, müssen am Schluss Dank, Bedauern für das Ausscheiden, Wohlwollen und gute Wünsche für das weitere Berufsleben zum Ausdruck kommen. Das Zeugnis muss vollständig sein. Es darf also keine Lücken aufweisen, und Negatives darf nur einfließen, wenn es für das Arbeitsverhältnis insgesamt bezeichnend war. Nicht weggelassen werden dürfen berufsspezifische Aspekte (Ehrlichkeit bei Kassierer). Ein Arbeitnehmer hat grundsätzlich Anrecht auf eine Zeugniskorrektur, sollte dieses nicht den obigen Grundsätzen entsprechen.

Grund des Ausscheidens

Nicht erwähnt werden darf der Grund des Ausscheidens – jedenfalls nicht ohne Zustimmung des Arbeitnehmers. Unerwähnt muss auch z.B. bleiben:
  • Außerdienstliches Verhalten des Arbeitnehmers,
  • Betriebsratstätigkeit mit Freistellung unter einem Jahr,
  • Schwangerschaft und Mutterschutz,
  • Gewerkschaftszugehörigkeit,
  • Nebentätigkeiten
  • Schwerbehinderteneigenschaft,
  • Verdacht auf strafbare Handlungen,
  • Wettbewerbsverbote.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Sie brauchen Beratung zum Thema Arbeitszeugnis? Ihr Zeugnis enthält missverständliche Formulierungen? Sie brauchen einen fachkundigen Rechtsanwalt an Ihrem Wohnort für Ihr arbeitsrechtliches Problem? Gleich hier finden Sie kompetente Anwälte, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Ob es nur um eine Beratung geht oder um die Vertretung vor dem Arbeitsgericht – hier finden Sie Rat und Hilfe.

zuletzt aktualisiert am 26.01.2017

Weiterführende Informationen zu Arbeitszeugnis

Anwalt Zeugnissprache Arbeitszeugnis 08.06.2015
Pro Jahr wird vor deutschen Arbeitsgerichten in über 10.000 Zeugnisprozessen über den Anspruch auf Zeugniskorrektur gestritten. Hintergrund für diese Prozesse ist meist die Verwendung der "geheimen" Zeugnissprache. mehr ...

Anwalt Zeugniskorrektur 15.02.2017
Die (Geheim-) Sprache in Arbeitszeugnissen lässt ein Arbeitszeugnis oft auf den ersten Blick besser erscheinen als es ist. Findet man heraus, was wirklich im Zeugnis steht, stellt sich die Frage nach einem Anspruch auf Zeugniskorrektur. mehr ...

Anwalt Urlaubsanspruch 21.02.2017
Wie soll man seinen Urlaub aufbrauchen, wenn der Schreibtisch überquillt vor Arbeit? Hat man Anspruch auf Urlaub zu einer bestimmten Zeit, z.B. während der Schulferien? Wann kann der Arbeitgeber einen Urlaub absagen und wer zahlt dadurch entstandene Kosten? Das Bundesurlaubsgesetz beantwortet (fast alle) diese und ähnliche Fragen. mehr ...

Anwalt Kündigungsschutzrecht 06.07.2016
Das Kündigungsschutzrecht zählt zum Arbeitsrecht. Es schützt den Arbeitnehmer vor einer ungerechtfertigten Beendigung seines Arbeitsvertrages. Aus Sicht des Arbeitgebers legt es fest, welche Regeln für eine rechtlich saubere und abgesicherte Kündigung eingehalten werden müssen. mehr ...

Anwalt Mitbestimmungsrecht
Das Mitbestimmungsrecht ist ein Teil des Arbeitsrechts und befasst sich insbesondere mit Einflussmöglichkeiten von Arbeitnehmern auf Entscheidungen im Betrieb. Arbeitnehmervertreter können auf Unternehmensebene Mitbestimmung ausüben, die dazugehörigen Regelungen unterfallen ebenfalls dem Mitbestimmungsrecht. mehr ...

Anwalt Lohnsteuer
In Deutschland unterliegen alle möglichen Formen der Einkünfte, die man als Person oder Unternehmen erzielt, der Besteuerung. Geht es um Steuern, die Personen auf ihre Einkünfte erzielen müssen - spricht man von der Einkommensteuer - die Lohnsteuer ist die monatliche Vorauszahlung der Einkommensteuer von Arbeitnehmern. mehr ...

Anwalt Arbeitsrecht 20.02.2017
Das Arbeitsrecht beschäftigt sich mit Rechtsstreits, die hauptsächlich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber entstanden sind. Ausgangspunkt für ein Arbeitsverhältnis ist normalerweise der Arbeitsvertrag. Doch nicht alles lässt sich darin verbindlich festschreiben. mehr ...

Anwalt Betriebsverfassungsrecht
Das Betriebsverfassungsrecht gehört zum Bereich des Arbeitsrechts. Es regelt die sogenannte Betriebsverfassung, also die betriebsinternern „Spielregeln“ im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Belegschaft. Die Mitarbeiter werden gegenüber dem Arbeitgeber durch den Betriebsrat vertreten. mehr ...

Anwalt Kündigungsschutzklage 23.01.2017
In Deutschland gibt es verschiedene gesetzliche Regelungen, die Arbeitnehmern einen gewissen Kündigungsschutz zusichern. Mit der Kündigungsschutzklage strebt ein Arbeitnehmer nach einer Kündigung durch den Arbeitgeber die gerichtliche Feststellung an, dass sein Arbeitsverhältnis weiter besteht. mehr ...

Anwalt Aufhebungsvertrag 25.01.2017
Ein unbefristeter (Arbeits-)Vertrag kann mit einer Kündigung oder mit dessen Aufhebung enden. Der Aufhebungsvertrag birgt vor allem für den Arbeitnehmer Risiken. Sollte er nicht wissen, wie es im Anschluss weitergeht, droht eine Sperrfrist von der Arbeitsagentur. mehr ...

Anwalt Fristlose Kündigung
Die fristlose Kündigung eines Arbeitsverhältnisses zieht oft Rechtsstreitigkeiten vor dem Arbeitsgericht nach sich. Sie ist ein harter Schritt, der vom Kündigenden gut überlegt sein muss und dessen Wirksamkeit von mehreren Voraussetzungen abhängt. Viele fristlose Kündigungen sind rechtlich angreifbar. mehr ...

Anwalt Arbeitsverhältnis Kündigung 10.05.2016
Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wirft viele rechtliche Probleme auf. Zu gerichtlichen Verfahren führt meist die Kündigung durch den Arbeitgeber. Das Arbeitsrecht enthält eine ganze Reihe von Regeln, die für eine wirksame Kündigung beachtet werden müssen. mehr ...

Anwalt Zeugnisverweigerungsrecht
Wer als Zeuge vor Gericht, vor der Staatsanwaltschaft oder einer anderen Behörde aussagen muss, kann in schwerwiegende Loyalitätskonflikte geraten. Deswegen steht Zeugen in bestimmten Fällen ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. mehr ...

Anwalt Mietspiegel 14.08.2015
Mietspiegel Berlin, Mietspiegel Stuttgart, Mietspiegel München, Mietspiegel Köln, Mietspiegel Hamburg und so weiter – jede Stadt hat ihren eigenen Mietspiegel. Aber was sagt der Mietspiegel der einzelnen Städte eigentlich aus und wozu benötigt man ihn? mehr ...

Anwalt ärztliches Gutachten
Ärztliche Gutachten kommen in verschiedenen Bereichen zur Anwendung. Sie werden vor Gericht als Beweismittel verwendet, können über einen Fahrerlaubnisentzug entscheiden oder zu einer Einweisung in die Psychiatrie führen. Auch bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Ärzten und Patienten über Behandlungsfehler geht es nicht ohne Gutachten. Das ärztliche Gutachten ist daher ein sehr wichtiges Instrument des Medizinrechts. mehr ...

Anwalt Sexualstrafrecht
Mit dem Strafrecht in Berührung zu kommen, ist keine angenehme Sache. Mit dem Sexualstrafrecht in Berührung zu kommen, ist noch deutlich unangenehmer - vor allem für die Opfer von Straftaten aus dem Bereich Sexualstrafrecht. Aber auch und gerade als Opfer einer Vergewaltigung, einer sexuellen Nötigung etc. sollte man sich um qualifizierte anwaltliche Unterstützung bemühen. mehr ...

Anwalt Vernehmung
Die Vernehmung ist die Befragung einer Person zu einem bestimmten Sachverhalt. Eine Vernehmung wird von einem staatlichen Organ durchgeführt und zwar immer zu einem bestimmten Untersuchungsgegenstand oder Verfahrensgegenstand. mehr ...

Anwalt Erbe ausschlagen 26.06.2015
Stirbt ein Mensch, werden andere Personen automatisch zu Erben. Da eine Erbschaft aber nicht nur positive, sondern auch negative Folgen haben kann, stellt sich für Erben oft die Frage: Erbe annehmen oder Erbe ausschlagen? mehr ...

Anwalt Öffentliches Auftragswesenrecht
Aufträge, die von der öffentlichen Hand vergeben werden, machen einen erheblichen Teil des Bruttosozialproduktes aus. Dabei profitiert der öffentliche Auftraggeber oftmals von der sogenannten Nachfragemacht. Auch deshalb ist die Vergabe von öffentlichen Aufträgen dem öffentlichen Auftragswesensrecht oder auch Vergaberecht unterworfen. mehr ...

Anwalt Wohnungseigentumsrecht 29.03.2016
Das Wohnungseigentumsrecht ist ein Teil des Immobilienrechts und trifft unter anderem Regelungen zum (Sonder-) Eigentum an Wohnungen (Eigentumswohnungen). Wichtigstes Gesetz für das Wohnungseigentumsrecht ist das Wohnungseigentumsgesetz (WEG). mehr ...

Rechtstipps zum Thema Arbeitszeugnis

2014-12-15, Autor Thomas Eschle (386 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Der erfahrene Stuttgarter Rechtsanwalt Thomas Eschle schreibt über die Frage wann man auf ein Zwischenzeugnis einen Anspruch hat. Wann kann ich von meinem Chef ein Zwischenzeugnis verlangen? Von RA Thomas Eschle, Stuttgart Einen gesetzlichen ...

sternsternsternsternstern  3,9/5 (16 Bewertungen)
2012-09-06, Redaktion Anwalt-Suchservice (68 mal gelesen)
Rubrik: Diverse Themen

Am Ende eines Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf vom Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erhalten. Nicht immer ist der Arbeitnehmer begeistert von dem was er darin liest. Wir haben Urteile zusammengestellt, aus...

sternsternsternsternstern  4,7/5 (6 Bewertungen)
Zeugniscodes - die Geheimsprache im Arbeitszeugnis © Ben - Fotolia.com
2015-07-27, Redaktion Anwalt-Suchservice (432 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Auch wenn immer wieder betont wird, dass es keine „Geheimsprache“ im Arbeitszeugnis gibt – es haben sich bestimmte Formulierungen eingebürgert, mit denen mehr oder weniger versteckt Aussagen über den Arbeitnehmer gemacht werden. Nicht immer sind...

sternsternsternsternstern  4,1/5 (13 Bewertungen)
Autor: RA FAArbR Dr. Norbert Windeln, LL.M., avocado rechtsanwälte, Köln
Aus: Arbeits-Rechtsberater, Heft 07/2014
Rubrik: Arbeitsrecht

Ein Arbeitnehmer, der während der letzten fünf Jahre seines insgesamt knapp zwölf Jahre andauernden Arbeitsverhältnisses zur Ausübung seines Betriebsratsamts vollständig von der Arbeit freigestellt war, kann vom Arbeitgeber nicht verlangen, dass...

2013-06-03, Autor Volker Schneider (1028 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Stellt der ehemalige Arbeitgeber trotz mehrfacher Aufforderung kein Arbeitszeugnis aus und kommt es zu Absagen auf Stellenbewerbungen wegen des fehlenden Arbeitszeugnisses, so begründet dies einen Schadenersatzanspruch gegen den Ex-Chef. ...

2012-09-21, Autor Martin J. Warm (1788 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Über die Wortwahl in einem Arbeitszeugnis entscheidet grundsätzlich der Arbeitgeber. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Über die Wortwahl in einem Arbeitszeugnis entscheidet grundsätzlich der Arbeitgeber. Das geht aus ...

2014-03-07, Autor Sylvia True-Bohle (465 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis muss übliches Smiley enthalten Enthält die normale Unterschrift des Arbeitgebers einen lachenden Smiley, so muss er das Arbeitszeugnis eines Arbeitnehmers ebenfalls mit dem lachenden Smiley unterschreiben. So nun das ArbG Kiel mit ...

2010-01-17, Autor Marco Pape (4590 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Über die Voraussetzungen einer wirksamen Abmahnung und den Rechtsschutz des Weitere Infos unter: http://www.rp-anwaelte.de/index.php?page=arbeitsrecht Arbeitsrecht kompakt: Abmahnung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber Abmahnungen spielen ...

2013-07-22, Autor Hartmut Breuer (1332 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Führungskräfte stellen im Unternehmen die Nahtstelle zwischen Arbeitgeber und der Belegschaft dar. Führungskräfte stellen im Unternehmen die Nahtstelle zwischen Arbeitgeber und der Belegschaft dar. Rechtlich stehen sie auf der Seite der Arbeitnehmer, ...

2010-01-28, Autor Marco Pape (5567 mal gelesen)
Rubrik: Arbeitsrecht

Das Arbeitszeugnis ist die Visitenkarte des Arbeitnehmers für künftige Bewerbungen: Es muss wohlwollend formuliert sein, um sein berufliches Fortkommen nicht zu erschweren; es muss allerdings auch der Wahrheit entsprechen, damit sich der potenzielle ...

weitere Rechtstipps in der Rubrik Arbeitsrecht weitere Rechtstipps weitere Rechtstipps in der Rubrik Arbeitsrecht