Fehler in der Betriebskostenabrechnung- Widerspruch des Mieters erforderlich!

23.10.2013, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (154 mal gelesen)
Die alljährliche Betriebskostenabrechnung ist ein ständiger Konfliktpunkt zwischen  Mieter und Vermieter, zumal die Wohnebenkosten jährlich ansteigen. Bei zweifelhaften Positionen in der Betriebskostenabrechnung kann es sich für den Mieter lohnen, diese genau zu prüfen und beim Vermieter Widerspruch gegen die Betriebskostenabrechnung einzulegen!

Betriebskostenabrechnung formal prüfen!
Zunächst sollte der Mieter prüfen, ob die Betriebskostenabrechnung den geforderten formalen Kriterien entspricht. Sie muss schriftlich erfolgen, übersichtlich in Einnahmen und Ausgaben gegliedert und verständlich sein. Zum einen sollten die Gesamtbetriebskosten der Immobilie dargestellt sein und zum anderen die auf die Mietwohnung entfallenden Kosten. Hier muss ebenfalls der Verteilungsschlüssel angegeben sein. Weiterhin sind die geleisteten Betriebskostenzahlungen des Mieters in der Abrechnung aufzuführen.

Betriebskosten inhaltlich prüfen!
Im nächsten Schritt sollte der Mieter im Mietvertrag prüfen, welche Betriebskosten vom Vermieter abgerechnet werden dürfen, welcher Abrechnungszeitraum und Verteilungsschlüssel vereinbart wurde. Umlagefähige Nebenkosten sind in der Regel im Mietvertrag und in Anlage 3 zu § 27 der II. BVO aufgeführt.

Tipp der Redaktion: Alle Ausgaben die für Verwaltung, Reparatur oder Instandhaltung anfallen,  dürfen vom Vermieter nicht als Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden.

Widerspruchsfrist beachten!
Fallen Unstimmigkeiten in der Betriebskostenabrechnung auf, sollte der Mieter den Vermieter darauf aufmerksam machen. Er hat dafür eine gesetzliche Frist bis zum Ende des zwölften Monats, nachdem er die Abrechnung erhalten hat. Aus Beweissicherungsgründen sollte der Widerspruch gegen die Betriebskostenabrechnung am besten schriftlich erfolgen und mit einem geeigneten Zustellungsnachweis.  Inhaltich muss der Mieter lediglich schlüssig und nachvollziehbar darlegen, warum er der Meinung ist, dass die Betriebskostenabrechnung falsch ist. Eine pauschale Aussage wie, die Abrechnung sei fehlerhaft, reicht hier nicht.

Der Mieter kann Einsicht in die Originalbelege einfordern. Der Vermieter hat hier die Möglichkeit dem Mieter die Originalbelege in Kopie gegen eine Kostenerstattung (diese sollte nicht höher als 0,50 EUR /Kopie) zu kommen zu lassen.

Nachzahlung ablehnen!
Der Mieter sollte den Vermieter bei einer offensichtlich fehlerhaften Betriebskostenabrechnung um eine Korrektur der Abrechnung bitten. Außerdem ist dem Mieter anzuraten mögliche Nachzahlungen des Vermieters zunächst abzulehnen. Können sich Mieter und Vermieter nicht auf eine Betriebskostenabrechnung verständigen, muss der Vermieter eventuelle Nachzahlungsforderung gerichtlich geltend machen.

Tipp der Redaktion: Bei einer fehlerhaften Betriebskostenabrechnung kann der Rat vom Anwalt viel Geld sparen!