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Die Globalisierung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Damit steigt auch die Zahl der Rechtsverhältnisse mit Auslandsbezug. Nationales Recht muss hier im Zweifel festlegen, welches Recht auf Vertragsverhältnisse, Familienverhältnisse und internationale Erbfälle mit Auslandsbezug anzuwenden ist.

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Internationales Privatrecht - wenn Rechtsangelegenheiten die Welt umspannen

Internationales Privatrecht

Das internationale Privatrecht, das abgekürzt auch als IPR bezeichnet wird, regelt Fragen und Rechtsverhältnisse, die Bezug zu unterschiedlichen nationalen Rechtsordnungen haben. Das internationale Privatrecht bezieht sich dabei auf alle Rechtsgebiete des Privatrechts bzw. des Zivilrechts, die internationalen Bezug haben und umfasst damit auch die Bereiche internationales Erbrecht, internationales Familienrecht oder internationales Kaufrecht. Beim IPR handelt es sich um deutsches Recht, das Kollisionsrecht ist. Gegenstand des internationalen Privatrechts ist, bei Sachverhalten mit Auslandsbezug (Kollisionsfall) das auf einen Vertrag oder ein sonstiges Rechtsverhältnis anzuwendende Recht zu ermitteln und den richtigen Gerichtsstand für die Geltendmachung von Ansprüchen oder Rechten festzulegen.

Internationales Privatrecht in Deutschland

Das internationale Privatrecht legt verbindlich fest, welches materielle Privatrecht auf einen bestimmten Rechtsfall mit Auslandsberührung anzuwenden ist. Rechtsquelle des IPR in Deutschland ist in erster Linie das Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB), aber auch Rechtsakte der EU zur europaweiten Vereinheitlichung der Rechtsanwendung wie zum Beispiel im Bereich Vertragsrecht (ROM I Verordnung), gesetzliche Schuldverhältnisse (ROM II Verordnung) oder auch hinsichtlich der Ehescheidung (ROM III Verordnung). Weitere ROM-Verordnungen werden in Zukunft verstärkt zur Rechtseinheit im europäischen Raum beitragen.

Anknüpfungsgegenstand und Anknüpfungsmoment

Das deutsche Recht (IPR) legt somit fest, welches Recht in einem konkreten Fall zur Anwendung kommen kann (Kollisionsnormen). Mit diesen Kollisionsnormen wird festgelegt, für welchen Lebensbereich (z.B. Erbfall, Anknüpfungsgegenstand) welcher Fakt (Anknüpfungsmoment) ausschlaggebend ist für das anzuwendende nationale Recht. Als Anknüpfungsmoment kann dabei z. B. die Staatsangehörigkeit dienen oder die Belegenheit einer Immobilie. Im deutschen IPR wird in aller Regel an die Staatsangehörigkeit angeknüpft (Personalstatut). Das bedeutet aber auch, dass sich hier z. B. durch einen Wechsel der Staatsangehörigkeit das anwendbare Recht ändern kann und dass sich spezielle Probleme bei doppelter Staatsangehörigkeit einer Person ergeben können.

Besonderer Tipp

Die Anwendung unterschiedlicher Rechtsnormen aus unterschiedlichen Ländern kann bei ein und demselben Sachverhalt mit Auslandsbezug zu extrem unterschiedlichen Ergebnissen führen. Aus diesem Grund ist es bei Sachverhalten in Deutschland mit Auslandsbezug unbedingt ratsam einen Rechtsanwalt mit Kenntnissen im internationalen Privatrecht (IPR) zu konsultieren, um Erfolgsaussichten eines Falles mit Auslandsbezug zuverlässig eingeschätzt zu bekommen. Finden Sie Ihren Rechtsanwalt für internationales Privatrecht (IPR) mit Hilfe des Anwalt-Suchservice -schnell und zuverlässig!
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