Streik im öffentlichen Dienst: Das droht verspäteten Arbeitnehmern!

26.03.2014, Redaktion Anwalt-Suchservice / Lesedauer ca. 2 Min. (490 mal gelesen)
Streik im öffentlichen Dienst: Das droht verspäteten Arbeitnehmern!
Streiks im öffentlichen Dienst führen dazu, dass Busse und Bahnen nicht fahren und viele Berufstätige zu spät zur Arbeit kommen. Wer unpünktlich ist und den Arbeitsbeginn nicht innerhalb der Gleitzeit schafft, dem drohen unangenehme arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Arbeitnehmer trägt Wegerisiko

Jeder Arbeitnehmer muss selbst dafür Sorge tragen, dass er pünktlich an seinem Arbeitsplatz erscheint. Er trägt das sogenannte Wegerisiko. In der Regel werden Streiks tags zuvor über die Medien angekündigt. Der Arbeitnehmer muss dann alternative Fahrmöglichkeiten suchen. Zumutbar ist möglicherweise, dass er statt dem Bus ein Taxi nimmt. Oder er muss sich eine andere Mitfahrgelegenheit, etwa mit Kollegen oder Nachbarn, organisieren.

Unpünktlichen Arbeitnehmern droht eine Abmahnung

Arbeitnehmer, die merken, dass sie es aufgrund des Streiks im öffentlichen Dienst nicht mehr pünktlich zur Arbeit schaffen, sollten ihren Chef umgehend über die Verspätung informieren. Ein Streik ist keine Entschuldigung fürs Zuspätkommen. Arbeitnehmer können für verspätetes Erscheinen am Arbeitsplatz eine Abmahnung vom Chef kassieren!

Lohn für ausgefallene Arbeitszeit?

Ein Arbeitnehmer erhält für die aufgrund der Verspätung ausgefallenen Arbeitszeit keinen Lohn von seinem Arbeitgeber. Hier gilt das Prinzip „Ohne Arbeit kein Geld“. Die gesetzlich geregelten Ausnahmen, bei denen der Arbeitnehmer Lohn auch ohne Arbeit erhält, wie beispielsweise bei Krankheit und unverschuldeten persönlichen Verhinderungen, greifen hier nicht ein. Um Lohnkürzungen zu vermeiden, sollte mit dem Chef abgesprochen werden, ob die versäumte Arbeitszeit nachgearbeitet werden kann.

Schadensersatz für höhere Fahrtkosten wegen Streik?

Leider nein. Ein Arbeitnehmer kann höhere Fahrtkosten aufgrund eines Streiks weder gegenüber seinem Arbeitgeber, noch gegenüber den streikenden Verkehrsbetrieben geltend machen. In der Regel schließen die Beförderungsbedingungen der Verkehrsbetriebe Ersatzansprüche wirksam aus. Ein Streik wird wie höhere Gewalt eingestuft.