Wer haftet bei einem Umzug für Schäden am Umzugsgut sowie Verletzungen?
13.10.2026, Redaktion Anwalt-Suchservice
Wer muss zahlen, wenn das Umzugsgut beschädigt wird? © - Designed by Magnific Das Wichtigste in Kürze
1. Umzugsunternehmen Bei professionellen Umzugsunternehmen haftet in der Regel das Unternehmen für Schäden an Möbeln oder Eigentum, sofern diese durch Fahrlässigkeit oder Unachtsamkeit der Mitarbeiter verursacht wurden.
2. Private Helfer: Auch bei einem Umzug mit privaten Helfern gilt grundsätzlich, dass diese nur für Schäden haften, die vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurden.
3. Schäden bei Dritten: Erleiden Dritte im Zuge des Umzugs einen Schaden, gilt ebenfalls, dass eine Haftung nur dann besteht, wenn die schädigende Person vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.
1. Umzugsunternehmen Bei professionellen Umzugsunternehmen haftet in der Regel das Unternehmen für Schäden an Möbeln oder Eigentum, sofern diese durch Fahrlässigkeit oder Unachtsamkeit der Mitarbeiter verursacht wurden.
2. Private Helfer: Auch bei einem Umzug mit privaten Helfern gilt grundsätzlich, dass diese nur für Schäden haften, die vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurden.
3. Schäden bei Dritten: Erleiden Dritte im Zuge des Umzugs einen Schaden, gilt ebenfalls, dass eine Haftung nur dann besteht, wenn die schädigende Person vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.
Dieser Rechtstipp behandelt folgende Themen:
Was muss man beim Umzug per Umzugsunternehmen beachten? Checkliste für die Umzugsplanung Umzugsunternehmen: Wer haftet bei Schäden? Möbel beschädigt: Wie funktioniert eine Schadensanzeige? Umzug mit Umzugshelfern: Wer zahlt bei Sachschäden? Wer haftet für Schäden am Eigentum Dritter? Wer zahlt für verletzte Umzugshelfer? Wer haftet für Schäden am Umzugsfahrzeug? Nach dem Umzug: Ummelden nicht vergessen! Praxistipp zum Umzug Was muss man beim Umzug per Umzugsunternehmen beachten?
Vor und nach einem Umzug mit einem Fachunternehmen sind verschiedene Punkte zu beachten. So sollte man sich zunächst gut überlegen, wie viel Service man benötigt. Es gibt sehr unterschiedliche Angebote: So kann das Umzugsunternehmen zum Beispiel die fertig gepackten Kartons und Möbel abholen und zur neuen Wohnung befördern.
Oder man bucht einen Komplettservice einschließlich Packen von Umzugskisten, Demontage und Montage von Möbeln und Aufbau und Anschluss der neuen Küche bis hin zum Aufhängen von Bildern in der neuen Wohnung. Ein solcher Service hat natürlich seinen Preis.
Daher sollten Kunden vor einem Umzug gut überlegen, wie viel Leistung sie brauchen, und in Ruhe die Preise vergleichen. Dafür sind jedoch einige Daten erforderlich. Zum Beispiel wird das Umzugsunternehmen für einen Kostenvoranschlag wissen wollen, wie viel Frachtvolumen in Kubikmetern ungefähr befördert werden soll.
Tipp: Einige Speditionen bieten vorgefertigte Umzugsgutlisten an. Kunden können diese ausfüllen und online an das Umzugsunternehmen schicken und erhalten dann einen Kostenvoranschlag.
Checkliste für die Umzugsplanung
Vor einem Umzug können folgende Fragen hilfreich sein:
- Wie viel Service brauche ich bei meinem Umzug?
- Was soll transportiert werden (Liste mit Umzugsgut, Mengenschätzung für Kostenvoranschlag)?
- Kann man größere Möbelstücke (oder das Klavier) durch das Treppenhaus transportieren oder geht es nur über den Balkon mit einem vom Unternehmen bereitgestellten Außenlift?
- Wie viele Umzugskartons brauche ich? Auch diese kann der Spediteur stellen.
- Müssen besonders empfindliche Möbel besonders gesichert werden? Etwa Glasvitrinen, Konzertflügel, Aquarien?
- Brauche ich zum Verpacken Bücherkartons, Möbeldecken oder Polstermaterial?
- Benötige ich eine Halteverbotszone vor dem Haus? Manche Umzugsunternehmen organisieren diese und kümmern sich auch gleich um die Aufstellung der Schilder und die Beachtung der behördlichen Aufstellfristen.
- Fällt Sperrmüll, oder sogar Sondermüll (Kühlschrank, Neonröhren, Lackdosen) an, der entsorgt werden muss? Dies wird ebenfalls als Dienstleistung angeboten.
Umzugsunternehmen: Wer haftet bei Schäden?
Nach § 451e des Handelsgesetzbuches (HGB) haftet ein Umzugsunternehmen grundsätzlich bis zu einem Höchstbetrag von 620 Euro pro Kubikmeter benötigtem Laderaum.
Tipp: Wenn der Wert Ihres Umzugsgutes diesen Betrag überschreitet, sollten Sie über das Umzugsunternehmen eine Transportversicherung abschließen.
Wichtig: Das Umzugsunternehmen haftet nur für Schäden, die es selbst verursacht. Packen Sie als Kunde Ihre Umzugskisten selbst und polstern zum Beispiel teures Geschirr nicht gut, sodass es als Scherbenhaufen ankommt, haftet die Spedition dafür nicht.
Hat das Umzugsunternehmen die Kisten gepackt, muss es bei einem solchen Schaden Ersatz leisten. Dies gilt auch für Schäden
- am Treppenhaus,
- am Aufzug oder
- für den Kratzer am Auto des Nachbarn.
Voraussetzung ist jeweils, dass das Umzugsunternehmen die Schäden verursacht hat. Allerdings haftet die Spedition nicht uneingeschränkt. Üblich sind Haftungsausschlüsse für den Transport von Edelmetallen, Juwelen, Münzen, Briefmarken usw., für den Transport von lebenden Tieren und Pflanzen und auch für den Transport von Umzugsgut, das wegen seiner Beschaffenheit oder durch Vorschäden besonders leicht beschädigt werden, auslaufen oder zerbrechen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Lassen Sie als Kunde offensichtlich betrunkene Speditions-Mitarbeiter weiter arbeiten, werden Sie den Schaden an Ihrem Umzugsgut zum Teil selbst tragen müssen (AG Butzbach, 50 Prozent, Az. 5 C 182/00).
Möbel beschädigt: Wie funktioniert eine Schadensanzeige?
Sobald das Umzugsgut in der neuen Wohnung eintrifft, sollte es der Kunde auf äußere Schäden inspizieren. Andernfalls kann er später keine Ansprüche geltend machen. Gefundene Schäden sollte man sofort genau protokollieren, denn nun ist Eile geboten.
Wichtig: Spätestens am Tag nach der Ablieferung muss man bei der Spedition eine Schadensmeldung einreichen. Sind die Schäden nicht äußerlich erkennbar, hat man dafür immerhin 14 Tage Zeit. Die Schadensmeldung muss schriftlich eingehen und genaue Angaben zum Schaden enthalten. Zur Wahrung der Frist reicht es aus, sie rechtzeitig abzuschicken.
Umzug mit Umzugshelfern: Wer zahlt bei Sachschäden?
Die Haftungsfrage kann komplizierter werden, wenn einem privaten Umzugshelfer eine teure Vase oder der neue Fernseher herunterfällt. Wenn Freunde und Verwandte bei einem Umzug helfen, stellt dies rechtlich eine sogenannte Gefälligkeitshandlung dar. Dann gilt der übliche Grundsatz "Wer es kaputt gemacht hat, haftet", nicht mehr.
Das bedeutet: Die freundlichen Umzugshelfer haften nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Um letztere handelt es sich zum Beispiel, wenn jemand einen riesigen schweren Fernseher allein die Treppen hochschleppt.
Bei einer Gefälligkeitshandlung wie einem privaten Umzug gehen die Gerichte von einem stillschweigenden Haftungsausschluss aus. Denn: Wenn freundliche Helfer, die sich mit einer Pizza und einem Bier für stundenlanges Möbelschleppen begnügen, für jeden Schaden haften müssten, würde kaum jemand mehr anderen Leuten helfen. Dies möchte man vermeiden.
Wichtig: Eine Ausnahme gilt, wenn der Helfer eine private Haftpflichtversicherung hat, die derartige Schäden abdeckt. Dann gilt der stillschweigende Haftungsausschluss nicht und der Helfer muss den Schaden bezahlen. Der Haken: Viele Privathaftpflichtversicherungen schließen die Gefälligkeitshaftung vertraglich aus.
Tipp: Hier lohnt ein Blick in den Versicherungsvertrag: Bei neueren Verträgen ist die Gefälligkeitshaftung häufiger mitversichert. Oft können Sie auch einen entsprechenden Zusatzbaustein abschließen.
Wer haftet für Schäden am Eigentum Dritter?
Verursacht zum Beispiel ein Umzugshelfer mit einem Stuhl einen Kratzer in der Wand des Treppenhauses oder verbeult den Aufzug, kann dies teuer werden. Auch Fahrzeuge werden beim Umzug oft beschädigt.
Das Amtsgericht Plettenberg verhandelte einen Fall, bei dem ein Bekannter einer Umziehenden Schrankbretter gegen den Umzugswagen gelehnt hatte. Diese fielen um und trafen ein fremdes Auto. Die private Haftpflichtversicherung der umziehenden Frau zahlte zwar, wollte sich jedoch einen Teil des Geldes vom Umzugshelfer zurückholen.
Das Gericht wies die Klage ab: Der Mann habe weder grob fahrlässig noch vorsätzlich gehandelt (Az. 1 C 345/05).
Fazit: In der Regel muss derjenige solche Schäden tragen, der umzieht.
Wer zahlt für verletzte Umzugshelfer?
Manchmal werden bei Umzügen auch Personen verletzt. Allerdings zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nur bei den Angestellten von Umzugsunternehmen, denn für diese ist es ein Arbeitsunfall. Private Gefälligkeitshelfer sind nicht versichert und müssen in der Regel ihren Schaden selbst tragen.
Hat der oder die Umziehende den Unfall verschuldet, zum Beispiel durch fehlende Warnungen vor Gefahren, muss er unter Umständen für den Schaden haften.
Tipp: Wer umzieht, kann mit Hilfe besonderer Versicherungen seine Helfer extra für den Umzug versichern. Zum Teil ist dies über einen Zusatzbaustein in der privaten Haftpflichtversicherung möglich.
Wer haftet für Schäden am Umzugsfahrzeug?
Auch beim Transport des Umzugsguts kann es zu Unfällen oder Schäden kommen.
Laut Gesetz muss jedes Auto eine Haftpflichtversicherung haben. Diese deckt Schäden ab, die man bei Dritten verursacht. Eine freiwillige Teilkaskoversicherung deckt unter anderem Schäden durch Diebstahl und Glasbruch ab. Sie ersetzt jedoch keine Unfallschäden am eigenen Fahrzeug. Eine Selbstbeteiligung ist üblich.
Oft bieten Autovermieter ihren Kunden an, gegen einen geringen Aufpreis eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Diese bezahlt auch Unfallschäden am Umzugsfahrzeug selbst. Oft nennt sich diese "Haftungsbeschränkung" und verringert das Haftungsrisiko auf eine Selbstbeteiligung.
Tipp: Eine Vollkaskoversicherung ist sinnvoll, weil schon ein kleiner Schaden am gemieteten Transporter schnell auf einige tausend Euro kommen kann. Bei einem Schadensfall am gemieteten Umzugsauto sollte man die Autovermietung schnellstmöglich benachrichtigen. Die Mietbedingungen verpflichten den Kunden häufig dazu, bei einem Unfall die Polizei hinzuzuziehen. Vorsicht: Dies sind vertragliche Obliegenheiten, deren Nichtbeachtung einen Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge haben kann.
Nach dem Umzug: Ummelden nicht vergessen!
Wer umzieht, sollte die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt nicht vergessen. Das Bundesmeldegesetz besagt: Wer neu in eine Wohnung einzieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt des neuen Wohnsitzes anmelden. Personen unter 16 Jahren müssen von demjenigen angemeldet werden, in dessen Wohnung sie einziehen. Eine Abmeldung beim Auszug ist nur erforderlich, wenn man aus Deutschland wegzieht.
Wichtig: Der Wohnungsgeber (Vermieter) ist gesetzlich dazu verpflichtet, bei der Ummeldung mitzuwirken. Er muss der meldepflichtigen Person innerhalb von zwei Wochen schriftlich und mit Einzugsdatum ihren Einzug bestätigen. Diese Bestätigung muss der Umziehende dem Einwohnermeldeamt vorlegen. Eine Missachtung dieser Vorschriften kann zu einer Geldbuße von bis zu 1.000 Euro führen.
Praxistipp zum Umzug
Ein Umzug sollte rechtzeitig geplant werden. Sorgen Sie für ausreichend Helfer und Transportkapazitäten. Das Risiko von Schäden wird höher, wenn zu wenige Helfer mitwirken und wenn große Möbel oder empfindliche Gegenstände in zu kleine PKW oder Anhänger gezwängt werden müssen. Wenn es zu einem ernsthaften Schadensfall kommt, kann ein im Zivilrecht erfahrener Rechtsanwalt klären, ob Sie als Umziehender haften. Hat eine Spedition den Schaden verursacht, bietet sich eine Beratung durch einen Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht an.
(Ma)