Wellnessurlaub im Winter: Ihre Rechte bei Reisemängel

10.01.2013, (53 mal gelesen)
Urlauber entspannen im Winter gerne im Wellnesshotel mit Saunalandschaft, Schwimmbad, pflegenden Anwendungen und gutem Essen. Aber auch hier entpuppt sich manches Wellnesshotel als Flopp: Statt Saunalandschaft gibt es nur eine Zwei-Mann-Sauna mit dreckigem Whirlpool. Hier einige Tipps, was Sie bei Reisemängel im Wellnessurlaub tun können.

Vorab sei klargestellt, dass der Begriff "Wellness" in Deutschland nicht geschützt ist. Das bedeutet, dass sich nahezu jedes Hotel mit Schwimmbad oder Sauna als "Wellnesshotel" bezeichnen kann. Urlauber sollten also ganz genau prüfen, welche Wellnessangebote gemacht werden und über welche Ausstattung das Hotel verfügt.

Wurde ein Wellnessurlaub gebucht, dann hat der Urlauber auch einen Anspruch auf Wellnessbehandlungen. Kann das Hotel während eines einwöchigen Urlaubs dem Urlauber nur zwei Behandlungstermine anbieten, ist das ein erheblicher Reisemangel. Dies entschied das Amtsgericht Potsdam.
Wurde eine Wellnessbehandlung von einem Mitarbeiter des Hotels unsachgemäß durchgeführt, ist dieser Umstand nicht als Reisemangel anzusehen. "Wellness-Masseur" ist ebenfalls keine geschützte Berufsbezeichnung und kann von jedem verwendet werden, der ein Ein-Tages-Seminar absolviert hat.

Wer sich im Wellnessurlaub statt relaxen nur ärgern konnte, sollten wissen, dass Urlauber für die behaupteten Reisemängel im Falle eines Rechtsstreits beweispflichtig sind. Daher sollten alle Reisemängel genau dokumentiert und anhand von Fotos, Filmen und Zeugenaussagen und -adressen festgehalten werden. Ansonsten kann es sein, dass der Urlauber trotz missglückter Reise vor Gericht unterliegt.

Wer zu Hause angekommen Ansprüche wegen Reisemängel geltend machen will, muss dies innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vorgesehenen Reiseende machen. 
Grundsätzlich ist der Reisende zunächst verpflichtet, den Mangel unverzüglich noch vor Ort gegenüber dem Reiseveranstalter anzuzeigen- am besten schriftlich. Versäumt er dies, entfällt ein Anspruch auf Reisepreisminderung. Diese Anzeigepflicht kann aber in einigen Fällen entfallen, wenn der Mangel beispielsweise nicht abgestellt werden kann (Hotel ist eine Baustelle) oder wenn eine Mängelanzeige faktisch nicht möglich ist, weil beispielweise keine Reisevertretung vor Ort ist.

Wichtig ist auch, dass die Ansprüche wegen Reisemängel nach zwei Jahren ab vertraglicher Beendigung der Reise verjähren. Ist diese Frist abgelaufen, haben Reisende nur noch die Möglichkeit ihre Ansprüche gegen den Reiseveranstalter gerichtlich geltend zu machen, wenn dieser den Reisemangel arglistig verschwiegen hat.

Tipp der Redaktion:  Die Beurteilung, ob eine Reisemangel vorliegt und welche Fristen geltend kann im Einzelfall schwer zu treffen sein. Es empfiehlt sich daher einen fachkundigen Raten eines Anwalts einzuholen.


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