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Es kann vorkommen, dass Menschen sich nicht mehr um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern können - und dann auch rechtlich nicht mehr dazu in der Lage sind. Dann wird rechtliche Betreuung notwendig.

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Informationen zur Betreuung

Betreuung ist, was früher Entmündigung war

Die Betreuung ist ein Rechtsinstitut, das im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt wird und dem Bereich des Familienrechts zuzuordnen ist. In ihrer heutigen Form ersetzt die rechtliche Betreuung das, was früher die Entmündigung war. Dieser Wandel - inhaltlich und begrifflich- zeigt deutlich, ein gewandeltes Verständnis im Umgang mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Grundlegend unterscheidet sich die Betreuung von der Entmündigung dadurch, dass die betroffene Person grundsätzlich geschäftsfähig bleibt - und damit z. B. in der Lage ist zu heiraten oder ein Testament zu errichten. Allerdings besteht ein sogenannter Einwilligungsvorbehalt des Betreuers.

Fälle der Betreuung

Nach § 1896 BGB kann rechtliche Betreuung nur dann angeordnet werden, wenn eine Person an einer psychischen Krankheit oder an einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung leidet. Psychische Erkrankungen können beispielsweise Persönlichkeitsstörungen sein oder Störungen als Folge einer physischen Erkrankung wie z. B. Folgen eines Hirnschlages. Als Behinderungen, die die Anordnung einer Betreuung rechtfertigen, gelten z. B. Alzheimer bzw. Demenz oder auch Taubblindheit.

Betreuung nur in der Volljährigkeit

Betreuung nach den Regeln des Familienrechts in Deutschland betrifft nur Volljährige, die an einer psychischen Krankheit oder an einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung leiden. Minderjährige in der gleichen Situation bedürfen nicht der Betreuung, da sie in der Regel ohnehin gesetzlich vertreten werden - in der Regel von den Eltern. Beim Übergang von der Minderjährigkeit in die Volljährigkeit wird dann allerdings im Zweifel die Anordnung der Betreuung notwendig, wobei meist den vorherigen gesetzlichen Vertretern die Betreuung übertragen wird.

Keine Betreuung ohne Fürsorgebedürfnis

Allerdings macht nicht allein die Tatsache, dass ein Mensch eine geistige Krankheit oder eine Behinderung hat die Betreuung notwendig. Nur wenn eine betroffene Person ganz oder teilweise nicht mehr in der Lage ist, sich selbst um ihre (rechtlichen) Angelegenheiten zu kümmern (fortschreitende Alzheimer-Erkrankung z. B.), besteht Handlungsbedarf und es muss über die Anordnung der Betreuung gerichtlich entschieden werden. Außerdem ist die Anordnung der Betreuung, die ein starker Eingriff in die Rechte des Betreuten ist, nur dann notwendig, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, diese Person in ihrer Situation adäquat zu unterstützen.

Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt

Betreuung ist nicht gleich Betreuung und nicht immer notwendig, wenn eine Person auf Hilfe angewiesen ist. Falls Sie einen Fall in der Familie oder im Bekanntenkreis haben, bei dem eine Betreuung notwendig ist oder werden könnte: Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt ausführlich beraten, wann eine Betreuung angeordnet werden kann oder muss.
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