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Mit einem Strafbefehl werden leichtere Straftaten geahndet. Er wird vom Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen, ohne dass es eine mündliche Gerichtsverhandlung gibt. Zur Verhandlung vor Gericht kommt es nur dann, wenn der Angeklagte Einspruch gegen den Strafbefehl erhebt. Oft wird bei massenhaft auftretenden Delikten ein Strafbefehl erlassen - z.B. bei Trunkenheit im Verkehr, Ladendiebstahl oder Schwarzfahren.

Ein Schock per Post: der Strafbefehl

Mit einem Strafbefehl ahndet das deutsche Strafrecht meist die weniger schweren Delikte, wie etwa (erstmaligen) Ladendiebstahl oder Fahren unter Alkohleinfluss. Er wird ohne Gerichtsverhandlung vom Richter erlassen, wenn der Fall so einfach und klar gelagert ist, dass keine Verhandlung nötig erscheint. Per Strafbefehl darf der Richter nur einen eingeschränkten Katalog an Strafen "verordnen", z.B.
  • Geldstrafe,
  • Fahrverbot,
  • Entziehung der Fahrerlaubnis,
  • Einziehung oder Unbrauchbarmachung von Gegenständen (z.B. Waffen oder Utensilien, die für Straftaten benutzt wurden),
  • zeitlich begrenztes Verbot der Tierhaltung in bestimmten Fällen.
Auch eine Freiheitsstrafe kann Ihnen per Strafbefehl drohen. Aber nur bis zu einem Jahr und auf Bewährung.

Der Weg des Widerstands - Einspruch erheben

Als Angeklagter können Sie gegen einen Strafbefehl Einspruch erheben. Dies führt dazu, dass ein normaler Strafprozess mit mündlicher Verhandlung in Gang gesetzt wird. Ob sich der Einspruch in Ihrem Fall lohnt, kann Ihnen ein Anwalt für Strafrecht am besten erläutern - dies hängt vom Einzelfall und natürlich auch davon ab, ob es Beweise gibt, die zu Ihren Gunsten sprechen. Auch für die Bewertung der Beweise ist ein Rechtsanwalt hilfreich. Er wird Ihnen ebenfalls sagen, ob Sie gegen den gesamten Strafbefehl oder nur gegen einzelne Punkte vorgehen sollten - denn den Einspruch kann man z.B. auch auf die Höhe der Strafe beschränken. Es soll schon vorgekommen sein, dass die Höhe der Tagessätze, in denen die Strafe ausgedrückt wird, falsch berechnet wurde - zum Beispiel, weil man Ihr Einkommen einfach nur geschätzt hat. Daher: Besorgen Sie sich Einkommensnachweise und lassen Sie Ihren im Strafrecht erfahrenen Anwalt zum Taschenrechner greifen! Beim Einspruch ist übrigens Eile geboten: Sie haben dafür nach der Zustellung des Strafbefehls nur zwei Wochen Zeit. Entscheidend ist, wann der Einspruch per Post bei Gericht eingeht.

Wenn der Fall aussichtlos ist: Die Strafe akzeptieren

Legen Sie keinen Einspruch gegen den Strafbefehl ein, wird dieser nach zwei Wochen rechtskräftig. Er ist dann ebenso wasserdicht wie ein Gerichtsurteil. In vielen Fällen beantragt die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl, weil sie nicht damit rechnet, dass der Angeschuldigte der Strafe widersprechen wird - etwa weil die Beweislage eindeutig oder die Strafe nur gering ist. Dies muss aber nicht bedeuten, dass Sie sich nicht wehren dürfen. Bei der Beurteilung Ihrer Erfolgsaussichten hilft Ihnen Ihr Strafverteidiger.

Der Reuige Sünder: Rücknahme des Einspruchs

Den Einspruch können Sie - oder für Sie ihr Anwalt - bis zum Beginn der Gerichtsverhandlung auch wieder zurücknehmen. Dies geht sogar bis zum Ende der Hauptverhandlung. Aber: Nach Verhandlungsbeginn muss die Staatsanwaltschaft der Rücknahme des Einspruchs zustimmen.

Tipp: Weist der Richter in der mündlichen Verhandlung missmutig darauf hin, dass der Einspruch auch während der Verhandlung noch zurückgenommen werden kann, sollten Sie hellhörig werden. Denn dies kann bedeuten, dass er den Einspruch als aussichtslos, schlecht begründet oder gar als Verschwendung seiner Zeit ansieht. Und der Richter darf in der Verhandlung durchaus auch eine höhere Strafe festsetzen, als sie im Strafbefehl erlassen wurde.

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