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Sie ist normalerweise in jedem Arbeitsvertrag vorgesehen: Die Probezeit. In dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis recht unkompliziert beendet werden - und zwar von beiden Seiten. Trotzdem greift unter bestimmten Umständen bereits jetzt der Kündigungsschutz.

Was Sie bei der Probezeit beachten müssen

Wieso eine Probezeit vereinbart wird

Die Probezeit dient im Arbeitsrecht vor allem dazu herauszufinden, ob Arbeitnehmer und Arbeitgeber zueinander passen, die gerade erst einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Die Probezeit ist also eine Art Testphase für ein Arbeitsverhältnis, in der sich der Arbeitnehmer von seiner besten Seite zeigen sollte. Diese Testphase macht vor allem in Unternehmen Sinn, in denen nach Ende der Probezeit, die dann oftmals sechs Monate andauert, Kündigungsschutz greift. Dann kann einem Arbeitnehmer nicht mehr ohne weiteres und ohne Kündigungsgrund gekündigt werden.

Was ein befristetes Probearbeitsverhältnis ist

Ist ein Arbeitsverhältnis auf die Dauer der Probezeit befristet, endet der Arbeitsvertrag mit dem Ende der Probezeit automatisch (befristetes Probearbeitsverhältnis). Soll der Arbeitnehmer weiterhin im Unternehmen bleiben, muss erneut ein Vertrag geschlossen werden. Im anderen Fall - wenn also ein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen wurde - läuft der Vertrag nach Ende der Probezeit einfach weiter. Dabei gilt aber, dass auch ein befristeter Arbeitsvertrag (z. B. Schwangerschaftsvertretung) mit einer Probezeit versehen werden kann - in diesem Fall handelt es sich nicht um ein befristetes Probearbeitsverhältnis.

Sind vier Monate Probezeit erlaubt?

Vorgeschrieben ist eine Probezeit im Arbeitsrecht nicht. Vielmehr erlaubt das Arbeitsrecht eine Probezeit zu vereinbaren. Die Dauer der Probezeit ist gesetzlich nicht festgelegt, sondern ergibt sich immer aus dem Arbeitsvertrag. Üblich ist in Deutschland eine Probezeit von bis zu sechs Monaten - eine Probezeit von bis zu neun Monaten ist bei komplexeren Aufgaben möglich. Für Azubis / Auszubildende liegt die Probezeit zwischen ein und vier Monaten. Das schreibt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) vor. Ist im Arbeitsvertrag keine Probezeit vereinbart, gibt es keine Probezeit. Allerdings besteht eine Art faktische Probezeit für Arbeitnehmer in Unternehmen, in denen das Kündigungsschutzgesetz greift, da dessen Kündigungsschutz erst nach sechs Monaten Tätigkeit gilt.

Darf man in der Probezeit kündigen?

In der Probezeit gelten für Kündigungen besondere Regeln. Einerseits kann der Arbeitgeber in dieser Zeit "grundlos" kündigen. Andererseits gilt während der Probezeit dennoch eine Kündigungsfrist. Bei unbefristeten Arbeitsverträgen mit einer Probezeit von bis zu sechs Monaten beträgt sie zwei Wochen ab dem Datum der Kündigung, bei mehr als sechs Monaten Probezeit beträgt sie vier Wochen (§ 622 BGB). Zudem ist bei einer Kündigung in der Probezeit auch der Betriebsrat anzuhören.

Sie haben Fragen zur Probezeit? Lassen Sie sich helfen

Sie benötigen konkrete Auskünfte zum Thema Probezeit? Sie haben Fragen zum Thema Kündigungsschutz für Schwangere, Schwerbehinderte in der Probezeit oder wollen wissen, ob und wie ein Arbeitgeber die Probezeit verlängern kann? Kontaktieren Sie mit Hilfe des Anwalt-Suchservice einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht!

Probezeit beim Führerschein

Haben Sie explizit Fragen zur Probezeit beim Führerschein, z.B. wenn Sie einen Verkehrsdelikt begangen haben, wenden Sie sich bitte an einen Rechtsexperten für Verkehrsrecht.

zuletzt aktualisiert am 11.05.2017

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